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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Ausstellung von Christine Metz: „Alte Freunde in den Wäldern“

In der BBK-Galerie im Kulturhaus abraxas, Sommestraße 30 in Augsburg ist am heutigen Sonntag von 11 bis 18 Uhr die letzte Gelegenheit zum Erwerb beunruhigender Kunstwerke. Die Künstlerin ist anwesend.

Christine Metz

Christine Metz


Zu sehen sind Landschaften in Irland, Straßenszenen in Berlin-Neukölln oder alte Bäume und Schrottplatz-Ausschnitte im Hinterland von Upstate New York. Eine Reihe von Skizzen zeigt auch die Umgebung von Ried, Szenerien aus dem südlichen Landkreis Aichach-Friedberg oder aus dem Eurasburger Forst. Die Zeichnungen sind überwiegend mit Bleistift angefertigt, einige mit Kohle. Die Skizzen und Zeichnungen von Christine Metz wirken teils wie unfertige Studien, deren Fertigkeit einen fast zu Ende gedachten Gedanken freilegen, und sie sind teils detailreiche Meisterwerke, die das Ungeheuerliche und Beunruhigende hinter der Idylle anführen. Wer sich auf die Schwarz-Weiß-Piktogramme einlässt, geht auf Entdeckungsreise in die Vergänglichkeit, wird Besucher und Zeuge einer Schöpfung, die die Ewigkeit als Illusion enttarnt.

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Old Friends in the Woods - The International


„Die Landschaft vor mir erneuert sich jede Minute. Schatten und Licht wechseln im Flug, der Wind schüttelt Büsche und Bäume, Wolken treiben über den Himmel, das einzig Beständige ist die Bewegung. Alles passiert wie in Zeitlupe, aber die Zeichnung braucht ebenso lange, um das zu registrieren. Und während ich dachte, dass ich die Langsamkeit entdecke, war es die Schnelligkeit; doch es war nicht meine eigene.“ So schreibt Christine Metz in ihrem Katalogheft, das 14 Sizzen und Zeichnungen mit erhellenden Erläuterungen abbildet.

Weder die Fotografie noch der Film und am wenigsten die realistische Malerei waren in ihrer Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte mehr als auf „die Wirklichkeit verweisende Zeichen“, um es mit Umberto Eco zu sagen, sondern Zeichen, die wegen ihrer realistischen Abbildungsartistik von Semiotikern als „Kurzschlusszeichen“ bezeichnet werden. Metz weiß das natürlich, deshalb spielt sie mit der Illusion des Rezipienten, der sich beim Betrachten von realistischen Abbildungen seit vielen tausend Jahren einbildet, nachträglich an einem authentischen Moment teil zu haben. Das ist die Illusion der „realistischen Kunst“.

Wer den Mut hat, die Welt hinter den Dingen sehen zu wollen, sollte sich heute ins Kulturhaus abraxas begeben. Es ist die letzte Gelegenheit.



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