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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Augsburger Hohes Friedensfest wird immaterielles Kulturerbe des Freistaats Bayern

Das Augsburger Hohe Friedensfest, das jährlich am 8. August als städtischer Feiertag begangen wird, ist als eine von zwölf “kulturellen Ausdrucksformen” in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Friedenstafel auf dem Rathausplatz (c) Stadt Augsburg/ Ruth Pössel

Friedenstafel auf dem Rathausplatz (c) Stadt Augsburg/ Ruth Plössel


Das gab Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle gestern nach der Ministerratssitzung in München bekannt. Auf Anregung des Ministers wird der einzigartige Augsburger Feiertag zudem für die Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.

„Das Augsburger Friedensfest auf der Liste des Bayerischen Landesverzeichnisses des immateriellen Kulturerbes zu sehen, ist für uns natürlich eine besondere Auszeichnung. Letztlich beabsichtigen wir aber natürlich mit dem angestoßenen Bewerbungsverfahren die Eintragung in die Liste des immateriellen Welterbes, da es weltweit keinen ähnlich gearteten Feiertag gibt, der dem Frieden gewidmet ist“, so Kulturreferent Thomas Weitzel.
Das Augsburger Friedensfest entstand im Jahre 1650 anlässlich der Wiedererlangung der freien protestantischen Religionsausübung nach dem Dreißigjährigen Krieg. Seit dem 20. Jahrhundert stellt das mittlerweile ganz bewusst überkonfessionell und interreligiös ausgerichtete Fest mit gegenwärtig über 60 Veranstaltungen die wechselseitige Achtung des Anderen und die Friedenssicherung in den Mittelpunkt. Als Deutschlands einziger städtischer gesetzlicher Feiertag ist das Augsburger Friedensfest das zentrale gesellschaftliche Festereignis.

Auftrag für ein konfliktfreies Miteinander

„Gerade im Hinblick auf die überregionale Wahrnehmung des Friedensfestes kommt dem Schritt eine besondere Bedeutung zu. Der städtische Spezialfeiertag am 8. August ist Ausdruck und Symbol einer Konfliktbewältigung, die den Frieden einer Stadtgesellschaft über Jahrhunderte mahnend in Erinnerung hielt. Angesichts der Herausforderungen von Migration und Diversität trägt das Friedensfest auch für uns heute im Kern den Auftrag in sich, ein konfliktfreies Miteinander auszuhandeln und täglich neu zu gestalten“, so Thomas Weitzel.page2image16720 page2image16880
Rein ideelle Würdigung

Die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes ist eine ideelle Würdigung, die an keine finanzielle Förderung gekoppelt ist. Das Verfahren ist losgelöst von der parallel laufenden Bewerbung mit der Augsburger Wasserwirtschaft um den Titel des UNESCO-Welterbes, da hier die materiellen Kulturgüter/Denkmäler im Vordergrund stehen. Diese Bewerbung ist am 1. Februar dieses Jahres fristgerecht bei der UNESCO- Welterbe-Kommission in Paris eingereicht worden. Eine Entscheidung dazu wird erst für Mitte 2019 erwartet.



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