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Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Aufarbeitung und Anklage

„Speere Stein Klavier“ nächste Woche in der Brechtbühne



Für die Münchner Biennale 2016 hat die Landeshauptstadt einen Kompositionsauftrag an Genoël von Lilienstern erteilt. Anschließend hat die Biennale das so entstandene Stück „Speere Stein Klavier“ in Kooperation mit dem Theater Augsburg realisiert. Premiere war am 5. Juni im Münchner Gasteig, nun kommt das Stück für zwei Aufführungen am 6. Juli und am 13. Juli (19.30 Uhr) an die Augsburger Brechtbühne.



„Zwischen revuehaft und spröde ist das Stück vor allem erfrischend politisch“, urteilt BR Klassik in einer Besprechung und lobt anschließend auch die Augsburger Darsteller: „Vorm Alpenpanorama legt der Opernchor des Theaters Augsburg nicht nur eine stimmlich gute Performance hin: Die Sängerinnen und Sänger stehen als Symbol für die gutverdienende Oberschicht der Jetzt-Zeit, die sich ausgiebig echauffiert und empört über die Gräueltaten der Nazis.“ Thema des Stücks ist denn auch die Frage nach dem nationalsozialistischen Erbe bestimmter Orte und Objekte, ein Erbe, das, so BR Klassik weiter, „noch heute nachklingt, wenn man denn hinschauen und hinhören mag“. Außer dem Augsburger Opernchor sind auch die Augsburger Philharmoniker, die Sopranistin Kerstin Descher und Schauspieler des Theaters Augsburg beteiligt.

Das Musiktheaterprojekt für drei Opernsänger und zwei Schauspieler bewegt sich zwischen Aufarbeitung, Anklage und Dokumentartheater. Hauptstützpunkte des Konzepts sind die nationalsozialistischen Spuren in Münchens Bauwerken sowie die Auseinandersetzung mit den Komponisten Carl Orff und Werner Egk. Aufführungstermine in der Brechtbühne sind mittwochs 6. Juli und 13. Juli, jeweils um 19.30 Uhr.

_____ Florian Innerebner und Kerstin Descher vom Theater Augsburg in der Biennale-Koproduktion „Speere, Stein, Klavier“ (Foto: A.T. Schaefer).