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Freitag, 24.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

„Wo sollen die vielen Klein-Atomreaktoren hin, Herr Söder?“

Zum 40. Jahrestag der Atom­kata­strophe von Tschernobyl am 26. April fordert die bayerische ÖDP von Minister­präsident Markus Söder (CSU) Auskunft über mögliche Standorte für Klein-Atomkraft­werke. In offenen Briefen mehrerer Kreis­verbände wollen die ÖDP-Vor­sitzenden Agnes Becker und Tobias Ruff wissen: „Wo sollen die vielen Klein-Atom­reaktoren hin, Herr Söder?“

Von Bruno Stubenrauch

Die bayerische ÖDP-Vorsitzende Agnes Becker (vorne Mitte) bei einer Anti-Atomkraft-Demon­stration kurz vor der Abschaltung des AKW Isar 2 (Foto: Zöls-Biber)

Die ÖDP erinnert zugleich an ein eigenes Volks­begehren vor 28 Jahren, das die Streichung von fünf reser­vierten Atom­standorten aus dem Landes­ent­wicklungs­programm erreichte. Die Unter­schriften­listen von damals seien „parat, falls Söder nun massen­weise neue Klein-Atom­reaktoren durchboxen will“. Man werde die „Anti-Atom-Brandmauer in jedem Landkreis verteidigen“.

Die ÖDP argumentiert, Atomkraft erzeuge Abhängig­keit von Uran­lieferungen aus despotisch regierten Ländern. Reaktoren könnten im schlimm­sten Fall mili­tärische Angriffs­ziele sein. Die Energie­wende müsse voran­getrieben werden, nicht die Rückkehr ins Atom­zeitalter.