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Montag, 30.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Florian Freund bereitet Amtsstart vor

Augsburg-Wende nimmt Gestalt an

Nach seinem Wahlsieg in der Stichwahl treibt der designierte Oberbürgermeister Florian Freund die Vorbereitungen für den Start der neuen Stadtregierung am 4. Mai mit hohem Tempo voran. In den Wochen bis zum Amtsantritt stehen organisatorische, strukturelle und politische Weichenstellungen im Mittelpunkt.

Von Bruno Stubenrauch

Freund zeigte sich angesichts der zahlreichen Glück­wünsche und Unter­stützungs­bekundungen der ver­gangenen Tage tief bewegt. Die breite Resonanz aus der Stadt­gesellschaft gebe Kraft und Rückenwind für die bevor­stehenden Aufgaben.

Startmehrheit und klare Strukturen

Zentrales Ziel der Übergangs­phase ist es, die künftige Stadt­regierung von Beginn an handlungs­fähig zu machen. Dazu führt Freund intensive Gespräche mit demo­krati­schen Kräften im Stadtrat, um eine tragfähige „Start­mehrheit“ zu bilden. Diese soll insbe­sondere die Wahl der Referen­tinnen und Referenten sowie grundlegende Haushalts­ent­scheidungen sichern. Dabei setzt der desig­nierte Ober­bürger­meister aus­drücklich auf eine kon­struktive Zusammen­arbeit über Partei­grenzen hinweg.

Parallel dazu werden Verwaltungs­strukturen überprüft und erste inhalt­liche Schwerpunkte gesetzt. Die kommenden sechs Jahre sollen nach Freunds Worten „Jahre des Gelingens“ werden – geprägt von funktio­nierenden Abläufen, einem guten Miteinander und neuem Selbst­bewusst­sein für die Stadt.

Sparsignale und neue Prioritäten

Ein frühes Signal setzt Freund bei den Finanzen: Ausgaben im Verwal­tungs­haushalt werden überprüft, insbe­sondere Reprä­sentations­kosten sollen reduziert werden. In diesem Zusammen­hang wird auch der in der ver­gangenen Rats­periode eingeführte Sommer­empfang der Ober­bürger­meisterin gestrichen. Ziel sei ein ver­ant­wortungs­voller Umgang mit öffent­lichen Mitteln – „weniger Show, mehr Substanz“.

Schulterschluss mit Stadtgesellschaft

Neben politischen Gesprächen sucht Freund frühzeitig den Austausch mit wichtigen Akteuren der Stadt. Gespräche mit Vertre­terinnen und Vertretern städtischer Beteili­gungen, Verbänden und Insti­tutionen wurden bereits geführt oder sind geplant. Die angestrebte „Augsburg-Wende“ könne nur gemeinsam gelingen, betont Freund.

ÖPNV und Klinikum im Fokus

Inhaltlich setzt der designierte Ober­bürger­meister klare Akzente. Ein Schwer­punkt liegt auf dem öffent­lichen Nahverkehr: Der Fünf-Minuten-Takt soll wieder eingeführt werden (DAZ berichtete) und gilt als Schlüssel­projekt für Lebens­qualität, Klimaschutz und moderne Stadt­entwicklung.

Auch der Wissenschafts- und Gesundheits­standort Augsburg steht im Fokus. In einem ersten Gespräch sicherte Freund dem Vorstands­vor­sitzenden des Uni­versi­täts­klinikums Augsburg, Klaus Markstaller, Unter­stützung zu. Besonders wichtig sei es, zügig die bau­recht­lichen Voraus­setzungen für den geplanten Neubau zu schaffen.

Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern

Bis zu seinem Amtsantritt plant Freund, die Öffent­lich­keit regelmäßig über den Stand der Vor­be­reitungen zu informieren. Zudem sind Formate vorgesehen, bei denen Bürge­rinnen und Bürger den künftigen Ober­bürger­meister persönlich kennen­lernen können – in Stadt­teilen, auf Märkten und im direkten Gespräch. Der Wahlsieg sei ein klarer Auftrag, betont Freund. Die Umsetzung beginne nicht erst mit dem offi­ziellen Amtsantritt.