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Donnerstag, 26.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

SPD fordert schärfere Maßnahmen gegen digitale Gewalt

Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag drängt auf ein ent­schlos­senes Vorgehen gegen digitale Gewalt, insbe­sondere gegenüber Frauen. In einem Dringlich­keits­antrag vom 26. März fordert sie bessere Präven­tion, stärkere Straf­verfolgung und mehr Unter­stützung für Betroffene.

Von Bruno Stubenrauch

Die frauenpolitische Sprecherin Simone Strohmayr (Pressebild SPD-​Fraktion im Bayerischen Landtag)

Anlass ist unter anderem ein öffent­lich gewor­dener Fall um Collien Fernandes, der die wach­sende Bedeu­tung des Themas ver­deut­liche. Laut der frauen­politi­schen Spre­che­rin Simone Strohmayr müsse digitale Gewalt in allen staat­lichen Be­rei­chen stär­ker be­rück­sich­tigt werden. Sie dürfe weder ver­harm­lost noch igno­riert werden.

Die Zahlen unter­streichen den Hand­lungs­bedarf: Bereits 2024 wurden über 18.000 Frauen und Mädchen Opfer von Cyber­stal­king, digi­taler Belä­stigung oder der Ver­brei­tung intimer Inhalte. Beson­ders junge Men­schen sind be­troffen, die Folgen reichen von psy­chi­schen Bela­stungen bis hin zum Rück­zug aus Öffent­lich­keit und Beruf.

Mehr Medienkompetenz an Schulen

Die SPD fordert daher unter anderem den Ausbau von Beratungs- und Schutz­struk­turen, gezielte Schulungen für Fachkräfte sowie bessere tech­nische Unter­stützung für Be­troffene. Auch Polizei und Justiz sollen durch Speziali­sierung und Fort­bildung gestärkt werden, etwa im Umgang mit Deepfakes und KI-basierter Kriminalität.

Zudem setzt sich die Fraktion für mehr Medien­kompetenz an Schulen ein und unter­stützt ein bundes­weites Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt. Ziel sei es, die Her­stellung und Ver­breitung nicht einver­nehmlicher, KI-gene­rierter Inhalte konsequent zu bestrafen und Täter-Accounts schneller zu sperren.


Link zum Dringlichkeitsantrag der SPD