Grüne beantragen Informationen zum Kongressparkhaus-Abriss
Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zeigt sich unzufrieden mit der Stellungnahme der Stadt zu den Vorgängen um den Teilabriss des Kongressparkhauses. Sie hat deshalb für die Sitzung am Donnerstag, 18. Juni 2026, einen Dringlichkeitsantrag gestellt.
Von Bruno Stubenrauch
Kongress und Hotel ohne Parkhaus (Foto: DAZ)
Im Antrag fordern die Grünen von der Verwaltung Auskunft über die Vorgänge rund um den begonnenen und inzwischen gerichtlich gestoppten Abriss des Kongressparkhauses am Wittelsbacher Park – sowie über die Folgen für die weitere Planung an diesem Standort.
„Im engen Austausch“
Die Abbrucharbeiten hatten am vergangenen Samstagmorgen überraschend begonnen und wurden inzwischen gestoppt. OB Dr. Florian Freund erklärte umgehend in einer Pressemitteilung, der Abriss habe „die Ausgangslage deutlich verändert“. Nun solle eine „verlässliche städtebauliche Perspektive“ entwickelt werden. Auch zu seinen Gesprächen mit den Eigentümern äußerte sich Freund lediglich vage: Er stehe „im engen Austausch“ – konkrete Angaben zu Inhalten oder Zeitpunkten gab es nicht.
Genau hier setzt der Antrag der Grünen an: Sie fordern die Verwaltung auf, detailliert darzustellen, welche Gespräche in letzter Zeit mit dem Mehrheitseigentümer, der Eigentümergemeinschaft und dem Oberbürgermeister stattgefunden haben.
Viele offene Fragen
Zusätzliche Fragen betreffen das weitere Vorgehen: Erfolgt ein Gesamtabriss oder bleibt eine Bauruine stehen? Ist eine neue städtische Abrissverfügung erforderlich? Welche Konsequenzen ergeben sich für die bisherige Beschlusslage, die an dieser Stelle ein Quartiersparkhaus mit Mobilitätshub vorsieht?
Die Verwaltung soll den Stadtrat in der Sitzung am Donnerstag informieren – gegebenenfalls auch im nichtöffentlichen Teil.
Die Veränderungssperre
Eine wichtige Rolle spielt auch eine vom Stadtrat beschlossene Veränderungssperre. Investor Bernhard Spielberger wollte 2024 an der Stelle des Parkhauses eine große Seniorenresidenz mit Tiefgarage bauen, hatte hierzu einen mit der Stadt nicht abgestimmten Bauantrag eingereicht. Die Stadt präferiert jedoch einen modernen, zeitgemäßen Mobilitätshub, ein Quartiersparkhaus mit Sharing-Angeboten und Fahrrad-Infrastruktur, passend zum Hotelturm und dem Kongress am Park.
Damit der Investor bis zum Abschluss der Bauleitplanung keine vollendeten Tatsachen schaffen und sein unerwünschtes Projekt durchboxen kann, beschloss der Stadtrat im Juli 2024 eine Veränderungssperre für maximal zwei Jahre. Damit wurde der Bauantrag offiziell blockiert.




