Premiere in Augsburg: 8.400 Jugendliche wählen erstmals digital
Augsburg übernimmt eine Vorreiterrolle in Bayern: Bei der kommenden U18-Wahl zur Kommunalwahl 2026 bleibt die klassische Wahlurne im Schrank. Stattdessen können 14- bis 17-Jährige ihre Stimme erstmals per Online-Verfahren abgeben.
Von Bruno Stubenrauch
Bild: SJR Augsburg
Vom 16. bis zum 27. Februar wird Augsburg zur digitalen Pilotkommune. Rund 8.400 junge Augsburgerinnen und Augsburger mit deutscher oder EU-Staatsbürgerschaft erhalten in diesen Tagen Post mit persönlichen Zugangsdaten für eine gesicherte Wahl-Plattform.
Fokus auf die OB-Wahl
Anders als bei der „echten“ Kommunalwahl wird das Verfahren für die Jugendlichen vereinfacht: Da das komplexe Kumulieren und Panaschieren digital kaum abbildbar wäre, konzentriert sich die U18-Wahl auf die Direktwahl. Die Jugendlichen haben dabei die Auswahl zwischen den zehn Augsburger OB-Kandidatinnen und -Kandidaten.
Barrieren abbauen, Beteiligung stärken
„Digitale Beteiligung ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen dort abzuholen, wo sie sich ohnehin bewegen“, erklärt Fabienne Kündgen, Vorsitzende des Stadtjugendrings Augsburg (SJR). Durch den direkten Versand der Wahlbenachrichtigungen erhoffen sich die Organisatoren eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als bei den bisherigen stationären Wahllokalen, die es aufgrund der Umstellung diesmal nicht geben wird.
Annette Kappes von der tip Jugendinformation sieht in der digitalen Form eine zeitgemäße Senkung der Hürden: „Die U18-Wahl ist immer ein wichtiger Gradmesser dafür, wie junge Menschen politische Themen wahrnehmen.“
Ergebnisse kurz vor der Wahl
Das Pilotprojekt wird vom Bayerischen Jugendring in Kooperation mit dem Digitalministerium durchgeführt. Die Ergebnisse der digitalen Abstimmung werden am 1. März veröffentlicht – exakt eine Woche vor der offiziellen Kommunalwahl. Für den SJR bleibt das Ziel klar: Die U18-Wahl soll langfristig den Weg für ein echtes Wahlrecht ab 16 Jahren ebnen.




