Smart City Index 2026: Augsburg klettert erstmals in die Top 20
Augsburg rückt im Digitalisierungsmessfeld der deutschen Großstädte weiter nach vorne: Im aktuellen Smart City Index des Digitalverbands Bitkom belegt die Fuggerstadt mit 82,1 von 100 Punkten den 18. Platz unter 83 verglichenen Städten über 100.000 Einwohnern.
Von Bruno Stubenrauch
Bei Mobilität und Verkehr ganz vorn: smartes.augsburg.de (Screenshot)
Damit verbessert sich Augsburg im Vergleich zum Vorjahr um drei Ränge und sichert sich erstmals einen Platz im oberen Viertel. Seit 2021 stieg die Stadt kontinuierlich von Rang 41 auf.
Mobilität als Spitzenreiter – Datenbasiertes E-Scooter-Management
Die stärkste Kategorie der Augsburger Wertung bleibt die Mobilität (89,0 Punkte, Platz 15). Hohe Punktzahlen verzeichnet die Stadt hier bei der Multimodalität (100 Punkte) sowie beim smarten Verkehrsmanagement (93,3 Punkte).
Ein von Bitkom hervorgehobenes Best-Practice-Beispiel ist das Management von E-Scooter-Abstellflächen: Über die Urbane Datenplattform werden Live-Daten sämtlicher Verleihanbieter gebündelt. Werden Überbelegungen erkannt, gehen automatisierte Umverteilungsaufträge direkt an die Betreiber.
Deutlicher Sprung bei IT und Kommunikation
Den stärksten Dynamikgewinn verzeichnet die Stadt im Bereich IT und Kommunikation: Hier verbesserte sich Augsburg um 17 Plätze von Rang 54 auf Rang 37 (80,6 Punkte). Positiv schlugen hierbei der Ausbau der Urbanen Datenplattform, der Open-Data-Initiativen sowie des Geodatenportals zu Buche.
Auch in den Bereichen Verwaltung (85,3 Punkte) und Gesellschaft & Bildung (83,9 Punkte) erzielte Augsburg solide Ergebnisse. In insgesamt zwölf Einzelindikatoren – darunter digitale Wärmeplanung, Online-Terminvergabe und intelligente Straßenbeleuchtung – erreichte die Stadt die Höchstpunktzahl von 100 Punkten.
Sonderweg ohne Bundesförderung
Bemerkenswert ist das Ranking auch mit Blick auf die Finanzierung: Augsburg gehört zu den lediglich acht Kommunen innerhalb der Top 20, die keine Förderung aus dem Bundesprogramm Modellprojekte Smart Cities (MPSC) erhalten haben.
Der Leiter der Geschäftsstelle Smart City, Horst Thieme, verweist darauf, dass die Strukturen eigenständig und gezielt über Einzelprojekte aufgebaut wurden. Trotz der positiven Bilanz weisen Bitkom und Stadt auf verbleibende Aufgaben hin: Handlungsbedarf besteht unter anderem beim Glasfaserausbau, der Ladeinfrastruktur sowie beim Informationssicherheitsmanagement.
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