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Mittwoch, 22.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Politik

Wählervereinigung WSA löst sich auf

Die Wählervereinigung „Wir sind Augsburg“ (WSA) hat auf einer außer­ordent­lichen Mitglieder­ver­sammlung am 21. April 2026 einstimmig die Auflösung des kommunal­politi­schen Vereins beschlossen. Grund seien die ständigen Diffa­mierungen, zuletzt durch die höchsten Reprä­sen­tantinnen der Stadt Augsburg, gegen die sich der Verein nach eigenem Bekunden nicht mehr habe wehren können.

Von Bruno Stubenrauch

Foto: WSA

Die WSA war bereits seit ihrer Gründung Ende 2014/2015 Anfein­dungen ausgesetzt. In den zurück­liegenden zwei Wahlkämpfen musste sich der Verein nach eigenen Angaben immer wieder gegen den Vorwurf wehren, anti­semitisch oder rechts­extrem zu sein. Vorrangig Peter Hummel, der 2020 Stadtrat für die Freien Wähler wurde, habe sich darauf konzent­riert, WSA und seinen Mit­gliedern eine rechte Gesinnung anzu­dichten. Dabei seien Begriffe wie „Sammelbecken für rechts­extremes Gedankengut“ oder „eng mit der AfD verbunden“ gefallen.

Vorwürfe von den beiden höchsten Repräsen­tantinnen der Stadt

Besonders heftig wurde der Streit im Vorfeld der OB-Stichwahl im März 2026. Dort sorgten Aussagen von Ober­bürger­meisterin Eva Weber (CSU) und Bürger­meisterin Martina Wild (Grüne) für Empörung bei der WSA.

In einem TV-Duell warf Ober­bürger­meisterin Eva Weber der WSA vor, ihre Mitglieder würden „ganz offen AfD-Posts teilen“ und „anti­semiti­sche, russland­freund­liche Parolen zum Besten geben“. Die WSA wies die Vorwürfe ent­schieden zurück und sprach von einer „Ober­bürger­meisterin unwürdigen Diffa­mierung“ (DAZ berichtete). Auch der Buchhändler und WSA-Politiker Benjamin Wintergerst, der jüdischen Glaubens ist, wider­sprach den Vorwürfen und warf Weber vor, Anti­semi­tismus als politi­sche Waffe einzusetzen.

Nur wenige Tage später äußerte sich Bürger­meisterin Martina Wild in einem a.tv-Interview ähnlich (DAZ berichtete). Sie sagte: „Die SPD unter Florian Freund hat ein Bündnis mit WSA geschmiedet, wo wir klar und deutlich formuliert haben, wir sind gegen Anti­semiten und Anti­semitinnen, gegen Ver­fassungs­feindinnen und Ver­fassungs­feinde.“ Der WSA-Vorsit­zende Peter Grab kriti­sierte die Aussagen scharf und bezeich­nete sie als unbe­gründete Pauschal­vorwürfe. Der Verein forderte darauf­hin den Rücktritt Wilds und leitete rechtliche Schritte ein.

Auflösung des Vereins

Die jüngsten Vorfälle waren für die Mit­glieder der WSA nun der Anlass, die Reißleine zu ziehen. „Wir sind es leid, uns jahrelang gegen Versuche, WSA ins rechts­extreme Lager zu stellen, erwehren zu müssen“, heißt es in einer Presse­mit­teilung des Vereins. „Lieber hätten wir uns einer sachlichen Kommunal­politik gewidmet.“

Die Mitglieder der WSA befürchten zudem, dass die öffent­lichen Vorwürfe nicht nur das Ansehen des Vereins schädigen, sondern sich auch negativ auf die beruf­liche Situ­ation der einzelnen Mitglieder auswirken könnten. „Diese nehmen zwar die Ober­bürger­meisterin und Bürger­meisterin offen­sicht­lich in Kauf, die Beschul­digten wollen dies jedoch nicht weiter hinnehmen müssen“, so die WSA.

Die WSA hatte bei der Kommunalwahl im März 2026 mit 0,82 Prozent der Stimmen den Einzug in den Stadtrat denkbar knapp verfehlt. Die Liqui­dation des Vereins soll nun ab dem 1. Mai 2026 durch­geführt werden. Die Homepage des Vereins wird voraus­sicht­lich im Dezember 2026 abgeschaltet.

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