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Donnerstag, 09.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Städtebau

Zehn Bäume als Politikum

Über den Flächennutzungsplan „AKS-Gelände beidseits der Prinzstraße“ war man sich in der gestrigen Bauausschuss-Sitzung schnell einig. Zehn Bäume auf der Westseite des in Bau befindlichen Textilmuseums gerieten jedoch zum Politikum.

Baureferent Gerd Merkle wollte nach der Abstimmung zum Flächennutzungsplan eigentlich nur ein kurzes Votum zur parallelen Ausarbeitung des Bebauungsplans „Kammgarnspinnerei“ einholen, als er zwei Varianten der Grüngestaltung im Bereich der Provinostraße westlich des Textilmuseums „tim“ vorstellte. Variante 1 sah vor, die Baumreihe entlang der „tim“-Fassade zugunsten eines freien Blicks auf das denkmalgeschützte Gebäude zu entfernen und westlich der Provinostraße eine parkähnliche Grünfläche anzulegen. Variante 2 sah vor, die Provinostraße als Allee mit beidseitigem Baumbewuchs zu erhalten. Da das Grünamt die Baumreihe zwischen Provinostraße und tim untersucht und als nicht bzw. nur bedingt erhaltenswert eingestuft hatte, präferierte Merkle klar die Variante 1.

Nicht bzw. nur bedingt erhaltenswert: Bäume am "tim"

Nicht bzw. nur bedingt erhaltenswert: Bäume am "tim"


Stefan Kiefer (SPD), Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg) und Rainer Schönberg (Freie Wähler) stimmten parteiübergreifend sofort zu, jeweils feststellend, dass es sich ja um keine politische Frage handle. Ganz anders Eva Leipprand (Grüne): Selbstverständlich handle es sich um eine hochpolitische Frage. Die Befürwortung von Baumfällungen andernorts hätte die Grünen zuletzt viele Stimmen gekostet. Ob der Augsburger Architekt Volker Schafitel gefragt worden sei, wollte sie vom Ausschussvorsitzenden Hermann Weber (CSU) wissen, „weil der sonst wieder im Forum schreibt“. Sie möchte nicht wieder – wie bei vorangegangenen Diskussionen zum Umfeld des tim – „in die Pfanne gehauen“ werden. Leipprand beantragte eine Vertagung, bis die Anwohner und die Architektenschaft Stellung bezogen hätten. Andernfalls sehe sie sich außer Stande abzustimmen.

Hermann Weber gab zu bedenken, dass man in vier Wochen allenfalls uneinheitliche Expertenmeinungen habe und dann auch nicht mehr als heute wisse. Der Ausschuss müsse selbst entscheiden. Außerdem lägen bereits Beschwerden von Anwohnern und Gewerbetreibenden bezüglich des Baufortschritts vor. Der Ausschuss befürwortete anschließend die Variante 1 mit 11:1 Stimmen.

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