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Mittwoch, 17.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Städtebau

Verein „Augsburg Klimaresilient“: Keine Wohnungen am Wittels­bacher Park

Der neu gegründete Verein Augsburg Klima­resilient (AKV) hat sich erstmals öffent­lich zu Wort gemeldet und sich in die Debatte um die Zukunft der Park­haus­ruine am Wittels­bacher Park ein­ge­schaltet. Der Vor­sitzende Sebastian Berz begrüßt den begonnenen Teil­abbruch der Anlage und spricht sich für einen dauer­haften Erhalt der Parkfläche ohne zusätz­liche Wohn­bebauung aus.

Von Bruno Stubenrauch

Nach Auffassung des Vereins ist der Wittels­bacher Park als zentraler Stadtpark Augsburgs und als wichtige Grünfläche für das Stadtklima „nicht mehr ver­handel­bar“. Der erfolgte Teil­abbruch sei ein wichtiger Schritt hin zu einem „Freien Wittels­bacher Park“. Der AKV zieht dabei einen histo­rischen Vergleich zum „Freien Rathaus­platz“, der vor rund 50 Jahren entstand.

Park als „Grüne Lunge“ der Innenstadt

Der Verein betont die Bedeutung des Wittels­bacher Parks für die Anpassung an den Klima­wandel. Als sogenannte „Grüne Lunge“ erfülle die Anlage wichtige Erholungs- und Kühlungs­funktionen für die Innenstadt. Die Ent­wicklung vom histo­rischen Stadtgarten zum heutigen Landschafts­schutz­gebiet sei ein über Jahrzehnte gewachsener und nicht umkehr­barer Prozess.

Kritik an früheren Investorenlösungen

Deutliche Kritik übt der AKV an den vertrag­lichen Kon­struk­tionen rund um das Parkhaus. Mit der ursprüng­lich für das Turmhotel und den Kongress am Park errich­teten Garage seien über die Jahre Abhängig­keiten entstanden, deren Risiken nicht ausreichend berück­sichtigt worden seien. Die heute seit langem ein­ge­schränkte Nutzbar­keit des Areals sei eine Folge dieser Versäumnisse.

Auch die wiederholt diskutierte Kombi­nation aus Park­haus­sanierung und Wohnungs­bau lehnt der Verein ab. Die von Inve­storen vertre­tene Argu­men­tation, Wohn­bebauung könne die Sanierung quer­finan­zieren, überzeuge nicht. Zusätz­liche Wohnungen würden weiteren Verkehr und zusätz­lichen Stell­platz­bedarf erzeugen und die baulichen Konflikte auf dem engen Grundstück verschärfen.

Keine Wohnbebauung am Standort

Der Verein spricht sich stattdessen dafür aus, neue Investi­tionen im Wohnungs­bau auf andere Flächen zu lenken. Der Standort am Wittels­bacher Park sei „für Wohnen in jeder Hinsicht nicht geeignet“. Grundlage einer künftigen Ent­wicklung könne nur eine voll­ständige Neu­bewertung des Grundstücks sein. Dabei müssten auch die wirt­schaft­lichen Schäden berück­sichtigt werden, die der Stadt und den benach­barten Einrich­tungen durch den jahrelangen Zustand des Parkhauses entstanden seien.

Forderung nach Gesamtkonzept

Für die Zukunft fordert Augsburg Klima­resilient ein über­greifen­des Konzept für den Parkraum­bedarf rund um den Wittels­bacher Park. Dabei müssten die Inte­ressen des Land­schafts­schutzes, die angren­zenden Quartiere sowie die denkmal­geschützten Gebäude im Umfeld gleicher­maßen berück­sichtigt werden.

Mit der Stellungnahme positio­niert sich der Verein erstmals öffent­lich in einer der umstrit­tensten städte­baulichen Debatten Augsburgs. Die Forderung ist eindeutig: Der Wittels­bacher Park soll dauerhaft als Grün- und Erholungs­raum gesichert werden – ohne zusätz­liche Wohn­bebauung auf dem bis­herigen Park­haus­standort.

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