DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 29.09.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Städtebau

Augsburg „blau-grün“ denken

Die designierte Stadtentwicklungsreferentin Andrea Krupski von Mansberg hat am vergangenen Donnerstag in ihrer Vorstellungsrede vor dem Augsburger Stadtrat skizziert, wie sie Augsburg künftig entwickeln möchte: Klimaresilienz, Mobilität und bezahlbarer Wohnraum sollen stärker zusammengedacht werden. Eine besondere Rolle spielen dabei Wasser, Grünräume und die Entwicklung der Quartiere.

Von Bruno Stubenrauch

Andrea Krupski von Mansberg wird Referentin für Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz (Bild: Ruth Plössel / Stadt Augsburg)

Krupski von Mansberg will vorhandene Konzepte und Strategien der Stadt zunächst sichten, auf ihre Aktualität prüfen und stärker bündeln. Der Stadtrat wählte die Architektin und Stadtplanerin am Donnerstag mit 53 von 56 gültigen Stimmen zur Leiterin des neu geschaffenen Referats 2 „Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz“. In ihrer Rede beschrieb die 58-Jährige zugleich ihr Rollenverständnis: Sie wolle der Politik fachlich fundierte Entscheidungsgrundlagen erarbeiten, auch unterschiedliche Varianten aufzeigen und demokratische Entscheidungen anschließend loyal umsetzen.

Klima, Mobilität und Wohnraum zusammen denken

Bei der Klimaanpassung gehe es sowohl um Vorsorge als auch um konkrete Maßnahmen im Stadtraum. Grünräume könnten miteinander vernetzt, Bäume und Verschattung gestärkt und Flächen entsiegelt werden. Bei der Mobilität nannte sie unter anderem einen leistungsfähigen ÖPNV sowie Fahrradverbindungen und sprach sich für pragmatische Lösungen aus.

Auch beim Wohnungsbau sieht die neue Referentin Potenzial innerhalb der bestehenden Stadt. Augsburg werde weiter wachsen, sagte sie. Deshalb müsse geprüft werden, wo eine stadtverträgliche und qualitativ hochwertige Nachverdichtung möglich sei, ohne dafür immer weitere Flächen zu versiegeln. Bestand, Umnutzung und Konversion könnten dabei ebenso eine Rolle spielen.

Wasser, Grün und Mobilität verbinden

Krupski von Mansberg sieht in Stadtwald, Grünräumen und dem historischen Wassermanagement mit Lech, Wertach und den zahlreichen Kanälen eine besondere Chance für Augsburg. Daraus könne eine integrierte „blau-grüne“ Stadtentwicklung entstehen.

Wasser- und Grünräume sollten dabei auch mit Fuß- und Radverbindungen sowie Mobilität verknüpft werden. Das UNESCO-Wassererbe wolle sie als lebendige Stadtinfrastruktur weiterdenken. Ihr Ansatz reicht damit über einzelne Grün- oder Verkehrsprojekte hinaus: Die verschiedenen Funktionen sollen gemeinsam geplant werden.

Konkret skizzierte sie eine mögliche räumliche Verbindung vom Stadtwald über Siebentischpark und Hochablass, entlang der Lechkanäle und durch die Innenstadt bis zur Wertach und weiter Richtung Westpark beziehungsweise zu neuen Grünräumen. Entlang einer solchen „Wasser-Grün-Achse“ könnten unter anderem neue Baumstandorte, Schwammstadtflächen, Retentionsräume, entsiegelte Plätze, renaturierte Gewässerabschnitte sowie neue Fuß- und Radverbindungen und Aufenthaltsräume entstehen.

Ihr Stichwort dafür lautete „22 Orte – 22 Stadträume“ – eine Zahl, die zugleich an die 22 Objekte des Augsburger Wassermanagement-Systems erinnert.

Stadtentwicklung mit begrenzten Mitteln

Auch die angespannte finanzielle Situation der Stadt spielte in ihrer Rede eine Rolle. Krupski von Mansberg will nach eigenen Worten nach Möglichkeiten suchen, Stadtentwicklungsimpulse zu setzen, ohne dafür allein auf große städtische Investitionen angewiesen zu sein.

Als mögliche Instrumente nannte sie die Internationale Bauausstellung (IBA), Olympia und eine mögliche Landesgartenschau. Solche Formate könnten zusätzliche Förder- und Investitionsmöglichkeiten eröffnen und verschiedene Stadtentwicklungsprojekte miteinander verbinden.

Bei einer Landesgartenschau gehe es ihr ausdrücklich nicht nur um die Veranstaltung selbst. Entscheidend sei der dauerhafte räumliche Mehrwert für Augsburg. Klimaanpassung, Freiraum, Wasser, Biodiversität und Quartiersentwicklung könnten dabei gemeinsam betrachtet und bestehende Projekte beschleunigt werden.

Quartiere als Mittelpunkt des Alltags

Neben großen Vorhaben wie dem Universitätsklinikum richtet Krupski von Mansberg den Blick deshalb auf die einzelnen Stadtteile. Das Leben der Menschen spiele sich im Alltag vor allem auf Quartiersebene ab, sagte sie. Dort müsse es kurze Wege zu Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten sowie kulturellen und gastronomischen Angeboten geben.

Auch das Universitätsklinikum könne nach ihrer Einschätzung ein wichtiger Entwicklungsimpuls werden. Die große Baumasse und die entstehenden Arbeitsplätze böten die Möglichkeit, im Umfeld weitere Wohnangebote und möglicherweise ein neues Quartier zu entwickeln. Zugleich müsse ein solches Großprojekt verkehrlich und infrastrukturell gut angebunden werden.

Krupski von Mansberg wird ihr Amt am 15. November antreten. Vor dem Stadtrat formulierte sie zum Abschluss vor allem eines: Sie freue sich darauf, die beschriebenen Aufgaben gemeinsam mit der Politik anzugehen.

gesamten Beitrag lesen »



Stadt will Rückfallregelung für geförderten Wohnungsbau

Weil der Freistaat nicht genügend Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau bereitstellt, will die Stadt Augsburg ihre Verträge mit Bauträgern um eine Rückfallregelung ergänzen. Drei Modelle stehen zur Wahl. Von Bruno Stubenrauch DAZ-Infografik Seit rund zehn Jahren verfolgt die Stadt Augsburg mit einer kooperativen Bauleitplanung das Ziel, bei größeren Wohnungsbauprojekten auch geförderten Wohnraum zu schaffen. Grundlage […]

gesamten Beitrag lesen »



Kongress-Parkhaus: Der Kamin bremst den Abriss

Am Mittwoch, 2. September, haben die Abrissarbeiten am Kongressparkhaus wieder begonnen. Doch bis die Ruine vollständig verschwunden ist, werden noch einige Wochen vergehen: Zunächst muss die Wärmeversorgung des benachbarten Hotelturms neu geregelt werden. Von Bruno Stubenrauch Wieder aufgenommener Abbruch des Kongress-Parkhauses Der Abriss des seit Jahren leer stehenden und maroden Parkhauses geht damit in die nächste […]

gesamten Beitrag lesen »



Helmut-Haller-Platz wird neu gestaltet

Die vorbereitenden Arbeiten für die Neu­ge­staltung des Helmut-Haller-Platzes haben begonnen. Der eigent­liche Umbau des Oberhauser Bahnhofs­vor­platzes soll im Frühjahr 2027 starten und Ende 2028 abge­schlossen sein. Die Stadt investiert rund 7,74 Millionen Euro. Von Bruno Stubenrauch Lageplan (Quelle: Stadt Augsburg, BSV/25/61009 Anlage 2, Auszug; Bearbeitung: DAZ) Noch ist vom neuen Helmut-Haller-Platz wenig zu sehen. Zunächst […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburger Wahrzeichen als Dauer­baustelle

Warum die Sanierung des Perlachturms teurer und länger wird Die Sanierung des Augsburger Perlachturms entwickelt sich zu einer Gedulds­probe für Stadt­politik und Bürger. Laut Beschluss­vorlage für den Bau­ausschuss am Donners­tag klettern die Gesamt­kosten für das Großprojekt auf knapp 11 Milli­onen Euro. Auch der Zeitplan gerät weiter ins Wanken: Mit einer Fertig­stellung ist erst im Frühjahr 2028 […]

gesamten Beitrag lesen »



Fuggerstraße: Neustart ohne Musterfläche

Die Augsburger Stadtverwaltung legt dem Stadtrat am 9. Juli einen neuen Grundsatzbeschluss zur Umgestaltung der nördlichen Fuggerstraße vor. Der Entwurf verzichtet auf das bisher geplante, kostspielige Provisorium einer Muster­fläche und setzt auf den Erhalt des Baumbestands. Das Projekt soll über elf Millionen Euro kosten und verschiebt andere Fuß- und Radwegeprojekte. Von Bruno Stubenrauch Verhindern einen Baubeginn […]

gesamten Beitrag lesen »



Verzögerungen: BUND Naturschutz fordert Kurswechsel bei Uniklinik

Die Bay­e­ri­sche Staats­re­gie­rung rechnet bei der Fer­tig­stel­lung des Uniklinik-Neubaus mit er­heb­li­chen Ver­zö­ge­run­gen. Der BUND Naturschutz fordert an­ge­sichts des neuen Zeit­plans eine er­geb­nis­of­fene Prü­fung der bis­her ver­wor­fe­nen Ost-Alternative. Von Bruno Stubenrauch Wird bald 50 Jahre alt: Park südwestlich des alten Klinikums Die Planungen für den mil­li­ar­den­schwe­ren Neubau der Uniklinik Augsburg (UKA) stehen vor einer deut­li­chen zeit­li­chen […]

gesamten Beitrag lesen »



Eine Gartenschau für Augsburg?

Expertin­nen und Experten disku­tieren Chancen Kann eine Lan­des- oder Bun­des­garten­schau Augs­burgs Stadt­ent­wick­lung voran­bringen? Mit dieser Frage hat die SPD-Land­tags­ab­ge­ord­nete Anna Rasehorn rund 30 Exper­tinnen und Experten aus Politik, Wissen­schaft, Ver­wal­tung und Stadt­ge­sell­schaft zu einem Rund­gang und Fach­ge­spräch eingeladen. Ober­bür­ger­meister Dr. Florian Freund und Um­welt­re­fe­rent Frank Pintsch waren eben­falls dabei. Die Idee: Eine Garten­schau mit Schwamm­stadt­maß­nahmen und […]

gesamten Beitrag lesen »



Zweckentfremdungssatzung vertagt: „Augsburg in Bürgerhand“ wirft Stadtregierung Untätigkeit vor

Die von „Augs­burg in Bürger­hand“ (AiB) ge­forderte Zweck­ent­frem­dungs­satzung wird nicht, wie er­hofft, im Stadt­rat ent­schie­den, son­dern an den Sozial­aus­schuss über­wie­sen. Die Bürger­ver­ei­ni­gung kri­ti­siert die neue Stadt­re­gie­rung scharf: Statt zu han­deln, setze sie die Ver­zö­ge­rungs­poli­tik der alten Re­gie­rung fort. An­ge­sichts der an­ge­spann­ten Lage auf dem Woh­nungs­markt sei das ein fal­sches Signal. Von Bruno Stubenrauch Die Zweck­ent­frem­dungs­satzung […]

gesamten Beitrag lesen »



Das Parkhaus-Dilemma am Hotelturm: Wie Augsburg vor 46 Jahren die Kontrolle verlor

Wer heute auf den erbitterten Streit um das Parkhaus am Hotelturm blickt, könnte meinen, die Ursache liege allein in den aktuellen Graben­kämpfen zwischen Immobilien­unter­nehmer Bernhard Spielberger und einem einzelnen Mit­eigentümer. Tatsächlich beginnt die Geschichte jedoch Jahrzehnte früher – und sie führt zurück zu einer folgen­schweren Entscheidung aus dem Jahr 1980. Von Bruno Stubenrauch Damals wurde […]

gesamten Beitrag lesen »