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Montag, 19.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Baukultur

Steinernes Gedächtnis der Stadt

Die Geschichte der Dominikanerkirche

Vom kaiserlichen Prachtbau zum profanen Lagerhaus: Die Augsburger Dominikaner­kirche blickt auf eine fesselnde Geschichte zwischen Säku­lari­sation und kultu­reller Wieder­geburt zurück. Nach jahrelanger Sanierung öffnet das archi­tek­tonische Juwel nun wieder seine Pforten als moderner Ort für Bildung und Kultur im Herzen der Stadt.

Von Bruno Stubenrauch

Dominikanerkirche, rechts die Turnhalle der Berufsschule III

Es ist ein kleines Wunder der Architektur­geschichte: In nur zwei Jahren, zwischen 1513 und 1515, ließen die Dominikaner am Augsburger Predigerberg eine Kirche errichten, die das Selbst­bewusstsein der Stadt wider­spiegelte. Finanziert wurde der Bau von den mächtigen Patrizier­familien Augsburgs. Sie spendeten jedoch nicht nur aus reiner Nächsten­liebe – die Kirche diente ihnen als prunkvolle Grablege und ewiges Denkmal ihres Reichtums. Sogar Kaiser Maximilian I. ließ sich hier mit Gedenk­steinen verewigen.

Vom Gotteshaus über einen Profanbau …

Eröffnungswochenende 6./7. Dezember 2025 (Bild: DAZ)

Über die Jahrhunderte ver­wan­delte sich das Ge­bäude: Im 18. Jahr­hun­dert er­hielt es sein präch­tiges Barock­kleid mit Stuk­ka­­tu­ren der Brü­der Feichtmayr, bevor die Säku­lari­sation 1803 alles ver­änderte. Das Kloster wurde auf­ge­löst, und die einst so kost­bare Aus­stat­tung wurde in alle Welt ver­kauft; heute be­­wun­dern Museums­be­sucher in Paris oder London die Schätze, die einst hier in Augsburg hingen.

Die Kirche selbst erlebte eine bewegte, fast schon pro­fane Zeit: Sie diente als Kaserne, als Magazin für Schwefel und sogar als Lager für Wein und Stroh. Später, ab 1966, wurde sie zur Heimat des Römischen Museums, bis statische Probleme im Jahr 2012 die Türen für lange Zeit schlossen.

… zum Kulturanker

Doch nun erwacht die Dominikanerkirche zu neuem Leben. Nach einer fulminanten Wieder­eröffnung im letzten Dezember wird sie zu einem modernen Ort für Kultur und Bildung im Herzen der Stadt. Wo einst Mönche beteten und Römersteine lagerten, können Besucher zu ausgewählten Terminen nun wieder die besondere Atmosphäre dieses geschichts­trächtigen Ortes erleben.


Termine von Februar bis Mai 2026

Nach dem großen Erfolg der Wiedereröffnung sind Besichti­gungen nun regelmäßig an den ersten Sonntagen im Monat möglich:

  • Sonntag, 1. Februar
  • Sonntag, 1. März
  • Sonntag, 5. April (Ostersonntag)
  • Zusatztermin: Sonntag, 17. Mai (Internationaler Museumstag)

Details zum Besuch

  • Zeitraum: Jeweils von 11 bis 15 Uhr
  • Führungen: Jeweils um 13 Uhr (Dauer ca. 45 Minuten) durch Kunst­ver­mittelnde der Kunst­sammlungen & Museen Augsburg
  • Eintritt: Der Besuch und die Teilnahme an den Führungen sind kostenfrei.

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