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Montag, 20.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

„Macht auf Zeit“: ÖDP startet Volksbegehren auch in Augsburg

Die ÖDP hat ein Volksbegehren zur Begrenzung der Amtszeit des baye­rischen Minister­präsi­denten gestartet. Auch in Augsburg werden Unter­schriften für die Initia­tive gesammelt.

Von Bruno Stubenrauch

Bild: Monica Smekal / Gemini

Die bayerische ÖDP will die Amtszeit des Minister­präsi­denten künftig begrenzen. Unter dem Titel „Macht auf Zeit“ hat die Partei eine Initia­tive gestartet, die eine Änderung der baye­rischen Ver­fassung er­reichen soll: Das Amt des Regie­rungs­chefs oder der Regie­rungs­chefin soll demnach höchstens zwei Amts­perioden bezie­hungs­weise zehn Jahre ausgeübt werden können.

Auch in Augsburg wird für das Volks­begehren gesammelt. Zu den örtlichen Erst­unter­zeichnern gehören der ÖDP-Kreis­vor­sitzende Michael Leimböck und ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger.

Volksbegehren in zwei Stufen

Zunächst benötigt die Initiative bayern­weit 25.000 Unter­stütze­rinnen und Unter­stützer, damit der Antrag auf Zulassung des Volks­be­gehrens beim Innen­mini­sterium ein­ge­reicht werden kann. Sollte diese Hürde genommen werden, folgt eine zwei­wöchige Ein­tragungs­phase in den Rathäusern.

Die ÖDP verweist darauf, dass Amts­zeit­be­gren­zungen in anderen politi­schen Systemen, etwa in den USA, bereits bestehen. Nach Ansicht der Initia­toren soll dadurch eine stärkere zeitliche Begren­zung politi­scher Macht erreicht werden.

„Demokratie ist Herrschaft auf Zeit“, erklärt Christian Pettinger. Eine Begrenzung der Amtszeit könne dazu beitragen, dass politi­sche Ämter nicht dauerhaft mit einzel­nen Personen verbunden würden.

Debatte bereits 2018 im Landtag

Die Frage einer Amtszeit­begrenzung ist in Bayern nicht neu. Bereits 2018 hatte der damalige Minister­präsi­dent Markus Söder einen ent­sprechen­den Vorschlag ein­ge­bracht. Eine Änderung der baye­rischen Verfassung kam damals jedoch nicht zustande, da die not­wendige Mehrheit im Landtag fehlte.

Die ÖDP sieht ihr Volks­begehren deshalb als erneuten Versuch, die Frage mit den Mitteln der direkten Demokratie auf­zu­greifen.

Sammlung auch in Augsburg

In Augsburg unterstützt die ÖDP die bayern­weite Unter­schriften­sammlung. Eine Möglich­keit zur Unter­zeich­nung besteht unter anderem bei einem Infostand am 5. Sep­tember 2026 auf dem Moritzplatz.

Ob aus der Initiative tatsächlich ein Volks­be­gehren wird, hängt zunächst davon ab, ob die erfor­der­liche Zahl an Unter­stützungs­unter­schriften erreicht wird.