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Freitag, 24.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Augsburger Stadt­bäume: Posi­tive Bilanz trotz Klima­wandels

Das Amt für Grün­ord­nung ver­zeich­net für die ab­ge­lau­fe­ne Pflanz­pe­ri­o­de ein deut­li­ches Plus beim städ­ti­schen Baum­be­stand. Mit mo­der­ner Di­gi­tal­tech­nik und ge­ziel­ten Nach­pflan­zun­gen stellt die Stadt die Wei­chen für ein nach­hal­ti­ges Stadt­grün.

Von Bruno Stubenrauch

Im Som­mer ein wich­ti­ger Schat­ten­spen­der: Der städ­ti­sche Ein­zel­baum­be­stand in Augsburg wächst kon­ti­nu­ier­lich wei­ter. (Bild: DAZ)

Die Stadt Augsburg kann für die Pflanz­pe­ri­o­de 2025/2026 eine durch­weg po­si­ti­ve Bi­lanz beim städ­ti­schen Baum­be­stand vor­le­gen. Wie aus dem ak­tu­el­len Stadt­baum­be­richt von Um­welt­re­fe­rent Frank Pintsch her­vor­geht, stieg die Zahl der öf­fent­li­chen Bäu­me im Net­to-Er­geb­nis um 266 Ex­em­pla­re an. In­sge­samt stan­den im Zeit­raum von Ok­to­ber 2025 bis Mai 2026 441 Fäl­lun­gen aus Ver­kehrs­si­che­rungs­grün­den 707 Neu­pflan­zun­gen ge­gen­über.

Mo­der­ne Soft­ware im Ein­satz

Der Zu­wachs be­stä­tigt den kon­ti­nu­ier­li­chen Trend der ver­gan­ge­nen Jah­re. Seit der Pflanz­sai­son 2021/2022 hat die Stadt den Be­stand an Stra­ßen­be­gleit­grün und in Grün­an­la­gen kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­baut. Ne­ben der rein quan­ti­ta­ti­ven Stei­ge­rung setzt das Amt für Grün­ord­nung, Na­tur­schutz und Fried­hofs­we­sen (AGNF) ver­stärkt auf di­gi­ta­le Un­ter­stüt­zung. Die Um­stel­lung auf eine neue Ka­tas­ter-Soft­ware per App er­laubt eine noch prä­zi­se­re Er­fas­sung des Zu­stands der ak­tu­ell 65.368 städ­ti­schen Ein­zel­bäu­me.

Dass die Zahl der do­ku­men­tier­ten Pfle­ge­maß­nah­men zu­letzt auf 13.399 an­ge­stie­gen ist, ist laut Um­welt­re­fe­rat nicht auf Un­wet­ter­schä­den zu­rück­zu­füh­ren, son­dern auf das ver­fei­ner­te Er­fas­sungs­sys­tem. Die er­wei­ter­te Be­griffs­sys­te­ma­tik bil­det Maß­nah­men nun de­tail­lier­ter ab. Zu­dem un­ter­schei­det die Soft­ware ge­nau­er zwi­schen Maß­nah­men und be­trof­fe­nen Bäu­men. Dem­nach be­nö­ti­gen ak­tu­ell we­ni­ger als 10.000 Bäu­me Pfle­ge – das ent­spricht rund 15 Pro­zent des städ­ti­schen Ein­zel­baum­be­stands.

Prio­ri­tät für Spiel­plät­ze und Kli­ma­re­si­li­enz

Be­son­de­re Prio­ri­tät ge­nie­ßen bei den an­ste­hen­den Ar­bei­ten wei­ter­hin die Bäu­me auf städ­ti­schen Spiel­plät­zen, wo die Ver­kehrs­si­che­rung an ers­ter Stel­le steht. Die Steue­rung er­folgt da­bei über ein au­to­ma­ti­sier­te Fris­ten­sys­tem, wel­ches die bis­he­ri­ge Ein­tei­lung in Dring­lich­keits­stu­fen er­setzt. Pa­ral­lel dazu in­ves­tiert die Stadt in die Zukunft des Stadt­grüns: Mit dem Pro­jekt SMSA wird ein di­gi­ta­les Gieß­ma­na­ge­ment wis­sen­schaft­lich be­glei­tet, wäh­rend bei Neu­pflan­zun­gen ver­mehrt kli­ma­re­si­li­en­te Baum­ar­ten und Obst­bäu­me zum Ein­satz kom­men.

Der Blattflächen-Index steigt

Dass neu ge­pflanz­te Jung­bäu­me das Kro­nen­vo­lu­men und die Blatt­flä­che ge­fäll­ter Alt­bäu­me nicht vom ers­ten Tag an eins zu eins er­set­zen kön­nen, liegt in der Na­tur der Sa­che. All­er­dings wird die­ser vor­über­ge­hen­de Ver­lust durch das kon­ti­nu­ier­li­che Wachs­tum der ver­blei­ben­den rund 65.000 Be­stands­bäu­me im Stadt­ge­biet lau­fend kom­pen­siert. Durch die ste­ti­ge Netto-Über­kom­pen­sa­ti­on bei den Neu­pflan­zun­gen stellt die Stadt si­cher, dass die Kur­ve der ge­sam­ten Augs­bur­ger Blatt­flä­che auf lan­ge Sicht nach oben zeigt.

Die Vor­la­ge wird am 27. Ju­li 2026 im Um­welt­aus­schuss des Stadt­rats be­ra­ten.