Bauleitplanung Uniklinik: BUND Naturschutz nimmt offiziell Stellung
Der Bund Naturschutz (BN) hat eine Stellungnahme zum geplanten Neubau des Universitätsklinikums Augsburg eingereicht – als Träger öffentlicher Belange im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB. Das 100-seitige Papier richtet sich deutlich gegen die bereits 2024 ohne öffentliche Beteiligung erfolgte Vorfestlegung auf das Baufeld „West“.
Von Bruno Stubenrauch
Der 40 Jahre alte, als Patientengarten konzipierte KlinikparkHintergrund der Stellungnahme ist die Bauleitplanung der Stadt Augsburg für den Klinikneubau, die aus zwei Verfahren besteht: der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 306 „Universitätsklinikum Augsburg“ sowie der Änderung des Flächennutzungsplans 1995-210 für den Planungsraum Kriegshaber. Der BN bemängelt darin unter anderem, dass bereits im Sommer 2024 ohne öffentliche Beteiligung das Baufeld „West“ festgelegt wurde. Dies würde den rund 40 Jahre alten Klinikpark mit seinen 1.300 Bäumen fast vollständig überbauen – plus angrenzender landwirtschaftlicher Flächen bis dicht an die Wohnbebauung in Westheim und das Bezirkskrankenhaus.
Verlust des Parks nicht gleichwertig ausgleichbar
Das Areal sei nicht nur Erholungsraum für Patienten, Beschäftigte und Anwohner, sondern laut Stadtklimaanalyse 2023 eine Kaltluftentstehungsfläche mit hohem Schutzbedarf – entscheidend für die nächtliche Abkühlung von Neusäß, Stadtbergen und Kriegshaber. Der Verlust wäre laut BN klimatisch und ökologisch nicht gleichwertig ausgleichbar.
Zudem kritisiert der BN, dass zentrale Fachgutachten zu Artenschutz, Stadtklima, Verkehr und Lärm nicht Bestandteil der Beschlussvorlage waren. Vergleichende Simulationen für das alternative Baufeld „Ost“ lägen nicht vor.
Die umfangreiche Stellungnahme wurde von einem verbandsübergreifenden Unterstützerkreis aus BUND Naturschutz, Baum-Allianz Augsburg und Naturschutzallianz Augsburg erarbeitet, juristisch begleitet von der Kanzlei PNT Partner, Frankfurt. Der BN unterstützt den notwendigen Klinikneubau grundsätzlich, fordert aber eine transparente und ergebnisoffene Prüfung beider Standorte.
Die ausführliche BUND-Stellungnahme im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung (pdf 9,27 MB, via bund-naturschutz.de).