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Donnerstag, 09.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Podcast-Aus: Freund setzt auf unabhängige Medien

Der designierte Oberbürger­meister Dr. Florian Freund stellt den städti­schen Podcast „Augsburg Direkt“ ein. Grund seien die geringen Reichweiten – und eine grund­sätzliche Kritik an steuer­finan­zierter Eigen-PR.

Von Bruno Stubenrauch

Podcast – Screenshot Stadt Augsburg

Der Podcast „Augs­burg Direkt“ der amtie­ren­den Ober­bür­ger­mei­ste­rin Eva Weber er­reich­te im Schnitt nur rund 450 Zu­grif­fe pro Folge. Das ent­spre­che „posi­tiv gerun­det ge­rade ein­mal 0,2 Pro­zent der Augs­burger Stadt­be­völ­ke­rung“, so Freund. Für ein „kost­spie­liges städ­ti­sches Eigen­mar­ke­ting“ sei das zu wenig.

Die Kritik an solchen For­maten ist nicht neu. „Der­artige PR ver­drängt die un­ab­hängige lo­kale Be­richt­er­stattung“, so die DAZ bereits in einem Artikel vom August 2025. „Jede Minute, die für PR-Clips und Podcast-Folgen drauf­geht, fehlt im Tages­ge­schäft. Und jeder Klick, der auf städ­ti­sche Kanäle fließt, fehlt lo­kalen Medien, die sich im freien Markt be­haupten müssen.“ Demo­kratie brauche „kriti­sche Kon­trolle – nicht nur schöne Bilder aus dem Rathaus“.

Ganz in diesem Sinne kündigte Freund nun an, künftig stärker auf den Austausch mit unab­hängigen Medien­formaten und die freie Presse­land­schaft zu setzen – eine Ent­scheidung, die zu begrüßen ist. Sie stärkt die Rolle der Medien als vierte Gewalt und beendet die Kon­kurrenz steuer­finan­zierter Eigen­werbung.

Link:
Augsburg direkt – Der Podcast der Stadt Augsburg