Podcast-Aus: Freund setzt auf unabhängige Medien
Der designierte Oberbürgermeister Dr. Florian Freund stellt den städtischen Podcast „Augsburg Direkt“ ein. Grund seien die geringen Reichweiten – und eine grundsätzliche Kritik an steuerfinanzierter Eigen-PR.
Von Bruno Stubenrauch
Der Podcast „Augsburg Direkt“ der amtierenden Oberbürgermeisterin Eva Weber erreichte im Schnitt nur rund 450 Zugriffe pro Folge. Das entspreche „positiv gerundet gerade einmal 0,2 Prozent der Augsburger Stadtbevölkerung“, so Freund. Für ein „kostspieliges städtisches Eigenmarketing“ sei das zu wenig.
Die Kritik an solchen Formaten ist nicht neu. „Derartige PR verdrängt die unabhängige lokale Berichterstattung“, so die DAZ bereits in einem Artikel vom August 2025. „Jede Minute, die für PR-Clips und Podcast-Folgen draufgeht, fehlt im Tagesgeschäft. Und jeder Klick, der auf städtische Kanäle fließt, fehlt lokalen Medien, die sich im freien Markt behaupten müssen.“ Demokratie brauche „kritische Kontrolle – nicht nur schöne Bilder aus dem Rathaus“.
Ganz in diesem Sinne kündigte Freund nun an, künftig stärker auf den Austausch mit unabhängigen Medienformaten und die freie Presselandschaft zu setzen – eine Entscheidung, die zu begrüßen ist. Sie stärkt die Rolle der Medien als vierte Gewalt und beendet die Konkurrenz steuerfinanzierter Eigenwerbung.
Link:
Augsburg direkt – Der Podcast der Stadt Augsburg
