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Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Theaterwerkstatt Augsburg zeigt “Räuber Kneissl”

“Die Woch fangt ja scho guat o”. Das waren der Legende nach die letzten Worte des Matthias Kneissl an einem Montag des Jahres 1902, bevor ihn der Scharfrichter in Augsburg einen Kopf kürzer machte.

Matthias Knösl als Matthias Kneissl

Matthias Klösel als Matthias Kneissl


Der Sohn eines Müllers und einer “Welschen”, wie die Italiener damals genannt wurden, bleibt Zeit seines Lebens ein Außenseiter. Schon als Bub bessert er die schmale Küche der heimischen Mühle mit gewildertem Fleisch auf. Lehrer und Pfarrer kujonieren Kneissl, die Mitschüler hänseln den Müllersbuben wegen seiner italienischen Mutter. Als die Gendarmen Kneissl in der Mühle arretieren wollen, fallen Schüsse. – Der kleine Bruder Alois hat einen Polizisten auf dem Gewissen, doch Matthias muss für die Tat büßen. Acht Jahre wandert er in den Knast. Seine Versuche, nach der Haftzeit ein ehrbares Leben zu führen, scheitern an der Ignoranz der Behörden. Erneut gerät Kneissl auf die schiefe Bahn. Wieder und wieder entkommt er der Gendarmerie – zur Freude der Bevölkerung, die von der Obrigkeit ausgebeutet und unterdrückt wird. Doch als Kneissl auf der Flucht zwei Polizisten erschießt, wendet sich das Blatt. In einer tragikomischen Version der Geschichte zeichnet die Theaterwerkstatt Augsburg das Leben und Sterben des berühmten Wilderers, der selbst wie ein Wild gejagt wurde, in einer Neufassung nach.

Spieltermine: 29.9./01.10./14./15./16.10.2016, jeweils 20 Uhr, Werkstattgalerie Krüggling, Singerstr. 7, 86159 Augsburg. – Kontakt: Matthias Klösel; Georgenstr.3 – 86152 Augsburg.Tel.: 0177-3425485 www.theaterwerkstatt-augsburg.de