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Mittwoch, 05.08.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Störfall in Gundremmingen

In einer Augen-zu-und-Durch-Aktion hat die Bundesregierung das Gesetzespaket zum Ausstieg aus dem Atomausstieg beschlossen. Bis zu 14 Jahre länger als vorgesehen sollen Deutschlands Atomkraftwerke in Betrieb bleiben. Im Vorfeld dieses umstrittenen Gesetzes gab es in Gundremmingen einen Störfall, der – so die Grüne Landtagsabgeordnete Christine Kamm – der Aufsichtsbehörde verspätet gemeldet wurde.

„Mit der üblichen Beschwichtigungsrhetorik teilten die Betreiber den schon früher entdeckten Störfall erst am Donnerstag mit“, so Kamm gestern in einer Pressemitteilung. Im Meiler B des Atomkraftwerkes sei einmal mehr „zumindest ein undichtes Brennelement entdeckt worden“, weshalb die Betreiber den Meiler am kommenden Sonntag abschalten werden. Der Gundremminger Reaktor berge im Fall undichter Brennelemente die Gefahr, dass austretende hochaktive und gefährliche Spaltprodukte in den nicht-nuklearen Bereich der Anlage übergehen könnten und damit Beschäftigte und das Umfeld des Reaktors radioaktiv verseuchen könnten, so Kamm, die Informationspolitik der Betreiber und das verzögerte Abschalten als „unverantwortlich“ bezeichnete. – „Eine Gefährdung des Personals oder der Umgebung ist nicht zu befürchten”, so die Stellungnahme der Betreiber.