Wasser als Lebensraum, Kulturstoff und Politikum
Kostenfreie Vortragsreihe im Welterbe-Infozentrum
Das UNESCO-Welterbe-Büro der Stadt Augsburg lädt im Juni und Juli zu drei kostenlosen Abendvorträgen ein. Unter dem Titel „Wasser im Kontext“ beleuchten Expertinnen und Experten der Universität Augsburg das Thema Wasser aus literatur- und kulturwissenschaftlicher, historischer und politischer Perspektive – jeweils dienstags von 18 bis 19 Uhr am Rathausplatz.
Von Bruno Stubenrauch
Das Welterbe-Infozentrum bei Nacht (Foto: DAZ)
Augsburgs UNESCO-Welterbe ist untrennbar mit dem Thema Wasser verbunden – kein Wunder also, dass das Welterbe-Büro der Stadt nun eine Vortragsreihe widmet, die weit über Kanäle und Wasserwerke hinausblickt. In Kooperation mit der Universität Augsburg rückt „Wasser im Kontext“ das nasse Element ins Zentrum von Literatur, Geschichte und politischem Denken. Drei Dienstagabende, kein Eintritt, keine Anmeldung.
Moore, Schutz und das Erbe von Otto Kraus
Den Auftakt macht am Dienstag, 9. Juni, Simone Müller, Professorin für Globale Umweltgeschichte und Environmental Humanities an der Universität Augsburg. Ihr Vortrag begleitet den Naturschützer Otto Kraus durch die Geschichte des bayerischen Moorschutzes – von der Torfgewinnung und den Trockenlegungen vergangener Jahrhunderte bis hin zu den Schutzmaßnahmen der 1980er Jahre. Dabei stellt sich auch die aktuelle Frage: Wie wird Naturschutz heute sichtbar – und wie wird er vermittelt?
Wenn Wasser Sprache wird
Am 16. Juni nimmt Katja Sarkowsky, Professorin für Amerikanistik an der Universität Augsburg, das Publikum mit in die Welt der englischsprachigen Gegenwartsliteratur. Unter dem Titel „Wortflüsse“ fragt sie, wie Wasser nicht nur als Motiv, sondern als materielle Wirklichkeit die Literatur prägt – und wie die physische Qualität des Wassers Sinnstiftung und ästhetische Form beeinflusst. Ein Vortrag an der Schnittstelle von Kulturwissenschaft und Ökologie.
Venedig: Eine Stadt, die ihr Wasser zur Festung machte
Den Abschluss bildet am Dienstag, 7. Juli, Marcus Llanque, Professor für Politische Theorie an der Universität Augsburg. Er erzählt von der Republik Venedig und davon, wie das Wasser dort nicht nur Stadtgraben war, sondern Handelsraum, Machtmittel und Identität. Die Lagunenstadt als politisches Phänomen – eine Geschichte, die bis heute fasziniert.
Alle drei Vorträge finden im Welterbe-Infozentrum am Rathausplatz statt, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen und Details gibt es auf wassersystem-augsburg.de unter „Neues – Termine“.
