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Montag, 11.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Wirtschaft

Ein kategorischer Imperativ für die Freiheit: Theo Waigel beim Wirtschaftsgipfel

Beim zweiten Schwäbischen Wirtschafts­gipfel am 6. Mai hat der frühere Bundes­finanz­minister Theo Waigel für politische Führung, wirt­schaft­liche Struktur­reformen und eine stärkere europäische Verteidi­gungs­fähigkeit geworben. Vor Gästen aus Politik und Wirtschaft sprach Waigel über die aktuellen Heraus­forderungen Deutsch­lands und Europas sowie über die Bedeutung demo­kratischer Institutionen.

Von Sait İçboyun

Theo Waigel auf dem Schwäbischen Wirtschaftsgipfel (Foto: Sait İçboyun)

Zu Beginn seiner Rede betonte Waigel, dass wirt­schafts-, finanz- und sozial­politi­sche Ent­schei­dungen politi­sche Führung voraus­setz­ten. Die Ent­wick­lung der Bundes­repu­blik seit 1949 sei von Ent­schei­dungen geprägt worden, die häufig gegen den Zeit­geist und gegen politi­sche Wider­stände durch­ge­setzt worden seien. Als Bei­spiele nannte er die West- und Europa­politik Konrad Ade­nauers, Ludwig Erhards Konzept der Sozi­alen Markt­wirt­schaft, die Ost­poli­tik Willy Brandts sowie die Reform­poli­tik von Gerhard Schröder mit der Agenda 2010.

Zudem verwies Waigel auf frühere parteiüber­greifende Zusammen­arbeit in Krisen­zeiten. Die Koope­ration zwischen Karl Schiller und Franz Josef Strauß in der ersten Großen Koalition sowie das Zusammen­wirken von Rainer Barzel und Helmut Schmidt bezeich­nete er als Beispiele für politische Verant­wortung trotz unter­schied­licher Positionen.

Strukturreformen und Staatsfinanzen

Mit Blick auf die aktuelle wirtschaft­liche Situation sprach sich Waigel für Struktur­reformen in der Finanz-, Wirt­schafts- und Sozial­politik aus. Deutschland stehe vor einem „Policy Mix“ aus Ein­sparungen, Sub­ventions­abbau, begrenzter Netto­kredit­aufnahme und steuer­politi­schen Maßnahmen. Er forderte unter anderem eine Senkung des Einkommen­steuer­tarifs für gewerb­liche Einkünfte sowie niedrigere Körper­schaft­steuern für einbe­haltene Gewinne.

Im Zusammenhang mit den Staats­finanzen verwies Waigel auf die aus seiner Sicht hohe implizite Staats­ver­schuldung Deutschlands, die nach neuen Berech­nungen eine Größen­ordnung von 400 Prozent erreicht habe. Zur Entlastung künftiger Genera­tionen brachte er eine Infra­struktur­abgabe ins Gespräch.

Europa zwischen Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit

Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war die inter­nationale Sicher­heits­lage. Waigel erinnerte an das Scheitern der Euro­päischen Verteidi­gungs­gemein­schaft vor 72 Jahren und sprach sich angesichts der welt­politi­schen Ent­wick­lungen für eine euro­päische Ver­teidi­gungs­union aus. Diese solle auch einen atomaren Schutz­schirm durch Frankreich und Groß­britannien umfassen. Darüber hinaus plädierte er für eine Banken- und Kapital­markt­union innerhalb Europas.

Neben wirtschaftlichen Fragen themati­sierte Waigel auch die Bedeutung demo­kratischer Strukturen. Unter Verweis auf die Wirt­schafts­nobel­preis­träger des Jahres 2024 erklärte er, Demokratie, Rechts­staat und funktio­nierende Insti­tu­tionen seien zentrale Voraus­setzungen für wirt­schaft­lichen Erfolg. Daraus leitete er die Not­wendig­keit ab, demo­kratische Werte gegen rechts­radikale Tendenzen zu verteidigen.

Freiheit und Demokratie als politische Verpflichtung

Zum Ende seiner Rede zitierte Waigel den Theologen Karl Barth sowie den Philo­sophen Joseph Bernhart zur Bedeutung von Freiheit, Ordnung und demo­kratischer Ver­ant­wortung. Abschlie­ßend erinnerte er an einen Satz des Schrift­stellers Reiner Kunze: „Verteidigen wir die tolerante, wehrhafte Demo­kratie.“ Dies müsse heute ein „kate­gorischer Imperativ“ sein, sagte Waigel.

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