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Mittwoch, 10.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

2. Sinfoniekonzert der Phil­har­moniker: Verklärt mit Flöten­tönen

„Verklärung“ versprach das 2. Sinfonie­konzert der Augsburger Philhar­moniker in der Kongress­halle. Die blumigen Über­schriften versuchen, dem Programm einen eigenen Akzent zu geben. Das November­konzert zeigte sich dennoch eher boden­ständig als „verklärt“.

Von Halrun Reinholz

Letzteres galt immerhin für das dritte Stück auf dem Programm, die Tondichtung „Tod und Verklärung“ von Richard Strauss. Ein Kranker wird beschrieben, der vor dem erlösenden Tod sein Leben an sich vorüber­ziehen lässt, um schließ­lich „im ewigen Weltraum das vollendet in herrlich­ster Gestalt zu finden, was es hienieden nicht erfüllen konnte.“ In der Reihe der Sinfoni­schen Dichtungen des Kompo­nisten ist „Tod und Verklärung“ weniger bekannt als andere und demnach hat der Augsburger GMD Domonkos Héja auch diesmal wieder bewiesen, dass er es versteht, dem Konzert­publikum musika­lische Über­raschungen zu bieten. Dabei konnte er sich auch diesmal auf sein engagiert und beseelt spielendes Orchester verlassen. Die Kongress­halle war an den beiden Abenden gut gefüllt und die frühere Anfangs­zeit, die in dieser Saison eingeführt wurde, scheint Gefallen zu finden.

Warmes, virtuoses, aber unaufdringliches Auftreten

Rozália Szabó – Foto © Jörg Simanowski

Der Star des Abends war aber die Flötistin Rozália Szabó, die wie der GMD aus Ungarn stammt und in diesem Jahr „Artist in Residence“ der Phil­har­moniker ist. Auf dem Programm stand das Konzert für Flöte und Orchester in D-Dur von Carl Reinecke. Dieser Komponist, 1864 in Altona geboren, steht auch nicht sehr häufig auf Konzert­programmen. Das Flöten­konzert hat er erst 1908 als 84-Jähriger komponiert, es steht jedoch ausdrücklich in der hoch­romanti­schen Tradition, der sich der Komponist bis an sein Lebens­ende ver­pflichtet fühlte. Er widmete es dem Solo­flötisten des Leipziger Gewand­haus­orchesters Maximilian Schwedler und reagierte damit auch darauf, dass es zu der Zeit gerade einen eklatanten Mangel an Konzerten für Solo-Flöte gab. Dennoch war ihm daran gelegen, das Konzert als „konzer­tantes Zwie­gespräch“ zwischen Gleich­rangigen – der Flöte und dem Orchester – anzulegen. Rozália Szabó, derzeit Solo­flötistin der Säch­sischen Staats­kapelle Dresden, zeigte ein warmes, virtuoses, aber unauf­dring­liches Auftreten im harmoni­schen Zusammen­spiel mit dem Orchester. Die mehrfach preis­gekrönte Flötistin, die im Jahr 2000 auch den ARD-Musik­wett­bewerb gewann, bestach durch eine ruhige, klare Melodie­führung. Das Augsburger Publikum wird in den nächsten Monaten noch öfter Gelegen­heit haben, ihre künst­le­rische Viel­seitig­keit zu bewundern. Als nächstes schon am 7. Dezember in der Brechtbühne.

Den Einstieg ins Konzertprogramm machte davor noch Max Reger mit „Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart“. Das sehr bekannte Thema stammt aus dem ersten Satz der Klavier­sonate A-Dur KV 331. Lustvoll wird es vom Kompo­nisten acht Mal variiert, wobei die Grund­melodie mal mehr, mal weniger zu erkennen ist. Zum Schluss münden die Varia­tionen in eine hymnische Fuge – eine Gattung, die Reger wie wenige Kompo­nisten seiner Zeit beherrschte. „Andere Leute schreiben Fugen, ich lebe in ihnen“, soll er gesagt haben.

Großer Beifall für die Philharmoniker, die Solistin und den Diri­genten und GMD Domonkos Héja, der auch bei diesem Sinfonie­konzert wieder für ein interes­santes und abwechs­lungs­reiches Konzert­programm gesorgt hat.

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