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Sonntag, 24.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Mozartfest: Finanzierung nicht gesichert

Augsburgs Kulturreferent Peter Grab verhält sich in Sachen Mozartfest beinahe so, wie man es von einem  Kulturreferenten erwartet.

Von Siegfried Zagler

Webseite Mozartfest 2014

Webseite Mozartfest 2014


Zuerst ließ er den Vorschlag von Sebastian Knauer, das städtische Festival mit seinem Veranstaltungsreigen verschmelzen zu lassen, mit der richtigen Begründung abblitzen und zweitens ließ er sich von Finanzreferent Hermann Weber nicht beirren, als dieser ohne langes Federlesen die für das Mozartfest 2014 benötigten Mittel aus dem Haushaltsentwurf strich. „Das gefährdet die Veranstaltung massiv, was von der Finanzverwaltung womöglich aber schlicht übersehen worden sein könnte“, so Grab, der sich einfach nicht vorstellen wollte, dass Hermann Weber im Zusammenspiel mit dem Stadtrat das zur festen Einrichtung gewordene Mozartfest abschießt.

“Eine Vorfestlegung wie bei Mozart ist nicht möglich”

Genauso könnte es aber kommen, denn es handelt sich natürlich nicht um ein „Übersehen“, sondern um „volle Absicht“. Das Kulturreferat hatte etwas mehr als 141.000 Euro fürs Mozartfest 2014 angemeldet. Da sich der Stadtrat wegen des Wahlkampfes dazu entschlossen hat, die Verabschiedung des Haushaltes vorzuziehen, wird Grabs Vorgehen von Webers „Partei“ CSM nun im Kontext der gesamten Haushaltsdebatte hart kritisiert: „Selbstverständlich steht die CSM zu den Dachmarken Mozart, Brecht und Frieden. Eine Vorfestlegung durch den Kulturausschuss, wie neuerdings bei Mozart, ist jedoch nicht möglich. Die Haushaltsberatungen für 2014 beginnen im November, ein Fachausschuss darf nicht vorher Fakten schaffen. Selbstverständlich steht es Bürgermeister Grab frei, auch zum jetzigen Zeitpunkt Verträge fürs Mozartfest 2014 zu schließen, wenn er dafür in seinem Budget, für das er alleine verantwortlich ist, eine Deckung anbietet“, so die CSM  in einer aktuellen Wortanzeige in der DAZ.

Hermann Weber kann es sich in seiner Verantwortung als Kämmerer der Stadt offensichtlich nicht erlauben, mit den Referenten der einzelnen Referate über diverse Präferenzen und Wünsche zu verhandeln. „Hätte Hermann Weber alle Wünsche der Referate berücksichtigt, so wären 170 Millionen Euro mehr Ausgaben als Einnahmen im Haushalt 2014 gestanden. Für die CSM wäre dies unverantwortlich.“