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Donnerstag, 27.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Messechef-Vertrag: Grüne Kritik, Lob von Pro Augsburg

Gegensätzliche Reaktionen gibt es auf die Bestellung von Gerhard Reiter als Messegeschäftsführer. Während die Grüne Stadtratsfraktion die mangelnde Transparenz des Auswahlverfahrens rügt, sieht die Fraktion Pro Augsburg die umsichtige Haltung ihres Mitglieds Karl Heinz Englet bezüglich der Vertragsgestaltung bestätigt.

Die Grünen werfen OB Gribl die Missachtung der gewählten städtischen Gremien durch seine Dringlichkeitsentscheidung vor. Der Wirtschaftsausschuss habe sich in seiner letzten Sitzung im Juli mit Mehrheit gegen den vorgeschlagenen Messegeschäftsführer Reiter entschieden. „Wirtschaftsreferent Bubmann und die Stadtregierung waren damals nicht in der Lage, transparent und nachvollziehbar die Entscheidung der Messegesellschafter für Reiter darzulegen. Deshalb habe ich diese Auswahl nicht unterstützt“, so der Fraktionsvorsitzende Reiner Erben gestern. Der OB zeige mit seiner Dringlichkeitsentscheidung „wieder mal Durchsetzungsvermögen an der falschen Stelle“, statt im Vorfeld politischer Entscheidungen zu überzeugen.

„Vertragsrisiko auf Augenmaß reduziert“

Karl Heinz Englet: nicht zumutbares Risiko eines langfristigen Vertrages

Karl Heinz Englet: nicht zumutbares Risiko eines langfristigen Vertrages


Die Fraktion Pro Augsburg begrüßt unterdessen die Bestellung von Gerhard Reiter zum Messegeschäftsführer und zeigt sich auch mit dem Verfahren zufrieden. Der von OB Gribl und den Landräten Christian Knauer und Martin Sailer ausgearbeiteten Lösung mit einem 3-Jahresvertrag könnten alle Entscheider und auch Pro Augsburg zustimmen. Damit werde das Vertragsrisiko der Stadt und der beteiligten Gesellschafter „auf Augenmaß reduziert“.

Karl Heinz Englet hatte in der entscheidenden Abstimmung im Wirtschaftsausschuss – im Hinblick auf hohe Abfindungen bei der Abwicklung der Augsburg AG – eine 2-jährige Vertragsdauer für Reiter gefordert und dem vorgelegten 5-Jahresvertrag nicht zugestimmt. „Eine Schlagzeile, dass ein Arcandor-Chef für eine ½-jährliche Tätigkeit die volle Auszahlung eines 5-Jahres-Gehalts verlangt, kann sich in Augsburg niemand wünschen“, so Pro Augsburg gestern in einer Pressemitteilung.