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Samstag, 04.07.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Linie 3 soll von Augsburg nach Königsbrunn verlängert werden

Die Politik feiert den Durchbruch eines Projekts, das 40 Jahre auf dem Abstellgleis stand. Die Baukosten der Trassenverlängerung von Augsburg ins Zentrum von Königsbrunn werden auf 34 Millionen Euro geschätzt.

Gemeinsam für die Linie 3 nach Königsbrunn (v.li.): Bürgermeister Franz Feigl, Landrat Martin Sailer, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza. Foto: swa / Thomas HosemannAugsburg und Königsbrunn rücken enger zusammen. Die Straßenbahnlinie 3 soll über die Augsburger Stadtgrenze hinaus um 4,6 Kilometer bis ins Zentrum der Nachbarstadt Königsbrunn verlängert werden. Darauf haben sich der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Königsbrunns Erster Bürgermeister Franz Feigl, der Augsburger Landrat Martin Sailer und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza verständigt.

Die Trasse ist seit Jahrzehnten vorgesehen, die Gleise an der Endhaltestelle Haunstetten West liegen bereit und der neue zentrale Omnibusbahnhof in Königsbrunn ist dafür vorbereitet. Die Spitzenvertreter von Stadt Augsburg, Landkreis Augsburg, Stadt Königsbrunn und Stadtwerken Augsburg haben sich nun auf die Rahmenbedingungen für Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung der Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn verständigt. Wenn die jeweiligen Stadträte und der Kreistag zustimmen, werden die Stadtwerke Augsburg (swa) mit dem Bau und dem anschließenden Betrieb beauftragt.

„Wir kommen mit diesem Projekt einer Lebenswirklichkeit nach, die sich nicht an Stadtgrenzen orientiert“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. „Gefragt sind vielmehr funktionierende Verkehrsverbindungen, die zur größtmöglichen Mobilität der Bevölkerung beitragen. Deshalb ist die Verlängerung der Linie 3 ein echter Meilenstein für den öffentlichen Nahverkehr zwischen Stadt und Landkreis Augsburg.“ Nicht weniger euphorisch äußerte sich Martin Sailer: „Das positive Verhandlungsergebnis bietet die große Chance zur weiteren nachhaltigen Verbesserung des Verkehrsangebots im Landkreis Augsburg und für die Bevölkerung in Königsbrunn.“ Bei zügigem Fortschritt des Projekts werden Fahrgäste aus Königsbrunn bereits in absehbarer Zeit die Straßenbahnen der Linie 3 von und nach Augsburg im Viertelstundentakt nutzen können“, so Landrat Martin Sailer:



„A
m 9. September 1975 hat der damalige Königsbrunner Bürgermeister Friedrich Wohlfarth an den Augsburger Oberbürgermeister Hans Breuer geschrieben, mit der Bitte, Königsbrunn in die Untersuchungen zur Weiterführung der Trasse ‚Uni-Gelände nach Süden‘ bis Königsbrunn mit einzubeziehen“, so Königsbrunns aktueller Erster Bürgermeister Franz Feigl. „40 Jahre später ist diese Vision kurz davor, Realität zu werden.“

„Für die Fahrgäste bedeutet die Verlängerung eine attraktive Nahverkehrs-Verbindung zwischen Augsburg und Königsbrunn mit dichtem Takt und Betrieb von den frühen Morgenstunden bis nach Mitternacht“, erklärt swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza. Zusätzlich wird Haunstetten Süd an das Straßenbahnnetz angebunden. Der Streckenabschnitt nach Königsbrunn wird von der Tram in der Regel im 15-Minuten-Takt befahren, nur samstags verkehren die Bahnen im 20-Minuten-Takt und am Sonntag bis 9:00 Uhr alle 30 Minuten. Die Straßenbahn bietet gegenüber dem AVV-Regionalbus 740 von Königsbrunn zum Augsburger Hauptbahnhof deutliche Takt-Vorteile: Der stauanfällige Bus fährt nur zu Hauptverkehrszeiten im Halbstundentakt, ansonsten stündlich und sonntags gar nicht.

Die Straßenbahn bindet Königsbrunn auch schnell an die Universität, die Hochschule oder den für Bahn-Pendler wichtigen DB-Haltepunkt Haunstetter Straße an. So wird etwa die Fahrzeit von Königsbrunn Zentrum zur Uni mit der Tram umsteigefrei rund eine Viertelstunde betragen statt bisher 30 Minuten. Bis zum Augsburger Königsplatz wird die Straßenbahn ab Königsbrunn Zentrum etwa eine halbe Stunde unterwegs sein. – Um 4,6 Kilometer wird die Linie 3 von der bisherigen Endhaltestelle Haunstetten West bis Königsbrunn Zentrum verlängert; 1,9 Kilometer davon befinden sich auf Augsburger Stadtgebiet, 2,7 Kilometer auf Königsbrunner Flur. Die Fahrzeit für diese Strecke mit voraussichtlich sechs neuen Straßenbahnhaltestellen beträgt laut derzeitiger Planung rund zehn Minuten. Die Stadtwerke rechnen auf dem Streckenabschnitt mit bis zu 10.000 Fahrgästen pro Tag.

Bild: Bürgermeister Franz Feigl, Landrat Martin Sailer, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza (v.l.).

Foto: swa / Thomas Hosemann