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Donnerstag, 01.10.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

L wie Leopold

Nur eine Woche war das Leopold-Mozart-Haus nach seiner baulichen Sanierung und konzeptionellen Neuausrichtung wiedereröffnet, als das Virus kam und es wieder schließen musste – zusammen mit den Zoos, Gaststätten und anderen Spendern in Sachen Lebensfreude.

 

Das Teleobjektiv zeigt, was das bloße Auge nicht sieht. Und schon drängt sich die Frage auf, ob die zweite Verankerung nun stabil genug ist. © DAZ

Doch damit nicht genug: Mitten in der Coronakrise verschwand das Leopold-L aus dem Schriftzug des Hauses. Eine Ungeheuerlichkeit für die Mozartgemeinde, die seit gestern wieder normale Blutdruckwerte meldet. Seit gestern steht das L wieder an der richtigen Stelle. Mit der erneuten Öffnung des Mozart-Hauses am 11. Mai ist nun die Hoffnung verbunden, dass die Schrift hält. Denn was wäre zur Zeit tragischer als von einem Buchstaben erschlagen zu werden?

Welcher Sachverhalt dazu geführt hat, dass das L wochenlang aus der Schrift verschwand, die das berühmte Haus in der Frauentorstraße bezeichnet, ist auch in der Coronakrise eine interessante wie ungeklärte Nebensächlichkeit.

Wie es dazu kam, dass eine kulturelle Dachmarke über Wochen hinweg beschädigt vor sich hinglänzte, wäre sicher eine interessante Geschichte. Sie könnte nämlich ein wenig Auskunft darüber geben, wie es um unsere wunderbare Stadt bestellt ist, wenn es gilt, die Ikonographie ihrer Geschichte hochzuhalten. ——– Siegfried Zagler