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Sonntag, 31.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Klimacamp in Augsburg: Klimaschutz oder politisches Aktionsforum?

Vom 2. bis 7. Juni schlägt das Klimacamp im Wittels­bacher Park erneut seine Zelte auf. Neben Workshops zu Klima­gerechtig­keit, Energie- und Mobili­täts­wende umfasst das Programm in diesem Jahr auch Vorträge und Diskus­sions­formate, die weit über klassische Umwelt- und Natur­schutz­themen hinaus­reichen.

Von Bruno Stubenrauch

Banner auf dem Klimacamp 2025

Ziel des Camps ist nach Angaben der Veranstalter der Austausch über Klimaschutz, Protest­formen und gesell­schaft­liche Ver­ände­rungs­prozesse. Das öffent­liche Programm richtet sich aus­drück­lich auch an Einsteiger und wird täglich durch Vorträge, Filmabende und Lesungen ergänzt.

Climate Change oder System Change?

Ein Blick in den Ablaufplan zeigt die breite inhalt­liche Spannweite der ange­kün­digten Ver­an­stal­tungen: Neben klassi­schen öko­logischen Debatten finden sich dort Beiträge zu politi­schen Aktions­formen, gesell­schaft­lichen Macht­struk­turen und Fragen des zivilen Unge­horsams. Einzelne Programm­punkte – darunter eine Film­vor­führung zu Protest­bewegungen gegen den Rechtsruck, Workshops zu herr­schafts­kritischen Gesell­schafts­modellen sowie Beiträge zur Seenot­rettung, zu Veganismus und zu digitalen Endgeräten – erweitern den Rahmen deutlich über den eines reinen Umweltcamps hinaus.

Eingeladen ist auch die Autorin und Klima­akti­vistin Lisa Poettinger, die aus ihrem Buch „Klimakollaps und soziale Kämpfe“ lesen wird. Ihre Person steht im Fokus eines öffent­lichen Diskurses, der weit über die Klima­bewegung hinaus­reicht – insbe­sondere im Zusammen­hang mit ihrer Nicht­zulassung zum staat­lichen Schul­dienst. Das Bayerische Kultus­mini­sterium verweist hierbei auf die strengen Anforde­rungen an die Ver­fassungs­treue im öffent­lichen Dienst.

Klimaschutz als Vehikel?

Klimaschutz oder AfD-Bashing? (Bilder: Pressefotos Klimanetz Augsburg)

Während die Veran­stalter be­tonen, dass Klima­fragen un­trenn­bar mit sozi­alen und poli­ti­schen Ge­rech­tig­keits­debatten ver­knüpft sind, sehen Kriti­ker in dieser Aus­wei­tung eine zu­neh­mende Poli­ti­sie­rung des Formats. Das Baye­rische Landes­amt für Ver­fassungs­schutz weist in diesem Kon­text all­gemein darauf hin, dass links­extre­mi­sti­sche Grup­pie­rungen immer wieder ge­sell­schaft­lich an­schluss­fähige Themen­felder wie den Klima­schutz nutzen, um gezielt junge Ziel­gruppen zu erreichen.

Auch die wiederkehrende personelle Über­schnei­dung von Akteuren aus dem Umfeld des Camps mit anderen Protest­aktionen in der Fuggerstadt – zuletzt gegen den AfD-Neu­jahrs­empfang oder die Live-Podiums­dis­kussion der Augs­burger Allge­meinen zur Ober­bürger­meister­wahl wegen der Betei­ligung des AfD-Kandi­daten – dient Kritikern als Argument für diese These.

Eine pauschale Zuordnung des Augs­burger Klima­camps zu solchen Strö­mungen lässt sich daraus natürlich nicht ableiten. Die öffent­liche Debatte über Aus­richtung, Selbst­ver­ständnis und politi­sche Ein­ordnung dürfte das Format jedoch auch in diesem Jahr intensiv begleiten. Das Camp wird sich die Frage gefallen lassen müssen, ob es sich noch primär als Platt­form für den Klimaschutz versteht.


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