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Montag, 20.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kulturreferat: Weg frei für Tatjana Dörfler

SPD und Grüne ziehen unterschied­liche Bilanz nach Ende des Rechtsstreits

Nach dem Ende des Rechtsstreits um die Besetzung des Bildungs-, Wissen­schafts-, Kultur- und Welt­erbe­referats kann Tatjana Dörfler Anfang August ihr Amt antreten. Während die Fraktions­gemein­schaft SPD/ÖDP/Volt die Ent­schei­dungen von Ver­wal­tungs­gericht und Regierung von Schwaben als Bestä­ti­gung des Vorgehens der Stadt wertet, halten die Grünen an ihrer grund­sätz­lichen Kritik am Besetzungs­verfahren fest.

Von Bruno Stubenrauch

Plakat zur Kommunalwahl 2026

Mit der Entschei­dung des frü­heren Kul­tur­refe­renten Jürgen Enninger, keine wei­te­ren recht­li­chen Schrit­te ein­zu­legen, ist der Weg für den Amts­an­tritt von Tatjana Dörfler frei. Enninger wird zum 31. Au­gust auch sein Stadt­rats­mandat nie­der­legen und künf­tig das Mün­chner Krea­tiv­quar­tier mit Jutier­halle und Tonnen­halle leiten.

SPD sieht sich bestätigt

Die Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt begrüßt das Ende des Verfahrens. Sie verweist darauf, dass sowohl das Ver­wal­tungs­gericht Augsburg als auch die Regie­rung von Schwaben das Vorgehen der Stadt bestätigt hätten. Nach Auf­fassung der Frak­tions­vor­sitzenden Lara Hammer und Benjamin Adam könne damit nun eine demo­kra­tische Mehr­heits­ent­schei­dung des Stadtrats umgesetzt werden.

Zugleich erhebt die Fraktions­gemein­schaft schwere Vorwürfe gegen die Grünen. Diese hätten das Ver­fahren aus partei­politi­schen Gründen verzögert und damit den Amts­an­tritt der neuen Refe­rentin unnötig hinaus­gezögert.

Grüne halten an ihrer Kritik fest

Die Grünen bewerten das Ende des Verfahrens diffe­ren­zierter. Zwar respek­tiere man sowohl die Gerichts­ent­scheidung als auch die Ein­schätzung der Regierung von Schwaben. Aus Sicht der Fraktion seien jedoch grund­sätz­liche Rechts­fragen zum Besetzungs­verfahren weiterhin offen geblieben.

Die Grünen verweisen darauf, dass ihre Aufsichts­be­schwerde klären sollte, ob das Verfahren den kommunal- und beamten­recht­lichen Vorgaben sowie dem Grundsatz der Besten­auslese nach Artikel 33 Absatz 2 des Grund­gesetzes ent­sprochen habe. Man hätte sich eine weiter­gehende juristi­sche Klärung gewünscht, auch mit Blick auf ver­gleich­bare Verfahren in anderen baye­rischen Kommunen.

Gleichzeitig wünschen die Grünen Tatjana Dörfler für ihre neue Aufgabe ausdrücklich alles Gute.

Enninger wechselt nach München

Jürgen Enninger begründet seinen Rückzug aus der Augs­burger Kommu­nal­politik mit seiner neuen beruf­lichen Aufgabe in München. Die Ent­scheidung falle ihm schwer, erklärte er. Augsburg sei ihm in den ver­gangenen sechs Jahren ans Herz gewachsen, nun erfordere die Leitung der Jutier­halle und später auch der Tonnen­halle jedoch seinen voll­ständigen beruf­lichen Einsatz sowie die Verlage­rung seines Lebens­mittel­punkts nach München.

Veränderungen im Stadtrat

Mit Dörflers Wechsel an die Spitze des Referats rückt der Wirt­schafts­psycho­loge Robert Kratzsch für die SPD in den Stadtrat nach.

Bei den Grünen übernimmt Josef Kirchmeier das frei werdende Stadt­rats­mandat. Claudia Roth, die nach dem Wahl­ergebnis zunächst nach­gerückt wäre, verzichtet wegen ihrer Aufgaben als Bundes­tags­abge­ordnete und der damit verbun­denen Termin­kolli­sionen mit den Stadt­rats­sitzungen.