Friedensgutachten 2026 – Empfehlungen zur Förderung des Friedens?
Prof. Dr. Christoph Weller, der Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung der Universität Augsburg und Klaus Stampfer von der Augsburger Friedensinitiative (AFI) diskutieren am Mittwoch, den 4. November im Rahmen der 47. Augsburger Friedenswochen über die angespannte, bedrohliche politische Weltlage.
Von Petra Franek

Cover des Friedensgutachtens
Kriege stehen wieder auf der Tagesordnung der internationalen Politik. Die Vereinten Nationen sind durch das Vetorecht der USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien blockiert. Das Völkerrecht wird durch doppelte Standards selektiv angewendet und zunehmend bedeutungslos. Deutschland soll immer „kriegstüchtiger“ werden. Enorme finanzielle Kosten wie ein Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr fehlen deswegen in anderen Bereichen wie Soziales, Bildung und dem Klimaschutz. Deutsche Waffen werden massenhaft in Kriegsgebiete exportiert, unsere Politiker konzentrieren sich konsequent auf die Landes- und Bündnisverteidigung sowie die Modernisierung des Katastrophen- und Zivilschutzes.
Groß- und Mittelmächte als „Warlords“
Seit 1987 erscheint jedes Jahr ein Friedensgutachten. Dieses Jahr wurde das Jahrbuch wieder im Auftrag von vier deutschen Friedensforschungsinstituten – dem Bonn International Centre for Conflict (BICC), dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), dem Institut für Entwicklung und Frieden an der Universität Duisburg- Essen (INEF) und dem Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) – herausgegeben. Der Titel des Gutachtens lautet: „Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen“. Schwerpunktthema ist „die imperialistische Großmachtpolitik mit ihren Vorzeichenänderungen von Krieg, Frieden und Sicherheit“.
Das Gutachten betont, dass immer mehr Groß- und Mittelmächte zunehmend wie „Warlords agieren“ und „Krieg als Mittel der Politik“ einsetzen, um ihre „Macht und Profitinteressen“ durchzusetzen. Weiterhin analysiert das Gutachten Optionen, um Frieden zu fördern. Zudem enthält es Handlungsempfehlungen für den Bundestag und für die Bundesregierung. Demzufolge wäre es ein zentrales Medium für vielseitige Dialoge zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik.
Auf welchen Analysen der gegenwärtigen Situation die Empfehlungen basieren, was genau das Friedensgutachten empfiehlt und was man daraus für Aktivitäten lernen kann, soll Thema dieses Abends sein.
Auf einen Blick
- Wann: Mittwoch, 04.11.2026 um 19.30 Uhr
- Wo: Ernst-Troeltsch-Raum im Hollbau, Im Annahof 4, Augsburg
- Eintritt: frei
- Veranstalter: AFI, AuxFair, BSW Augsburg, DFG-VK Gruppe Augsburg. Die Linke Kreisverband Augsburg, Pax Christi Diözesanverband Augsburg, Transferzentrum Frieden Augsburg, VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg. In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Annahof.
- Mehr:
– Bundesstiftung Friedensforschung
– Transcript-Verlag
– Programm der 47. Augsburger Friedenswochen