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Sonntag, 18.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Tempo 30 zwischen Theater und Jakobertor soll dauerhaft bleiben

Die Stadt Augsburg will Tempo 30 auf der innerstädtischen Ost-West-Achse dauerhaft beibehalten. Die Evaluation des Verkehrsversuchs ergab weder relevante zusätzliche Bela­stungen für Wohnstraßen noch wesentliche Nachteile für den öffentlichen Nahverkehr. Am 21. Oktober befasst sich der Stadtentwicklungs-, Mobilitäts- und Planungsausschuss mit den Ergebnissen.

Von Bruno Stubenrauch

Leonhardsberg, Blick bergab nach Osten – Foto: DAZ

Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt seit September 2025 zwischen dem Kennedy-Platz am Theater und dem Jakobertor. Zwischen Kennedy-Platz und Langem Sächsengässchen gilt sie ganztägig, im weiteren Abschnitt bis zum Jakobertor zwischen 22 und 6 Uhr. Mit dem auf mindestens ein Jahr angelegten Verkehrsversuch sollte untersucht werden, wie sich Tempo 30 auf den Verkehr und den öffentlichen Nahverkehr auswirkt.

Weniger Verkehr auf der Ost-West-Achse

Die Auswertung der Verkehrszählungen vom Februar 2025 und März 2026 zeigt einen Rückgang des Verkehrsaufkommens auf der Ost-West-Achse um etwa fünf bis sieben Prozent. Auf einzelnen Ausweichrouten wurden zwar geringfügige Zunahmen festgestellt. In der Thommstraße und der Stadtbachstraße betrugen sie jeweils maximal fünf Prozent. Eine systematische Umfahrung der Tempo-30-Strecke ließ sich jedoch nicht nachweisen. Relevante zusätzliche Bela­stungen des untergeordneten Straßennetzes sieht die Evaluation nicht.

Geringe Auswirkungen auf den Nahverkehr

Untersucht wurden auch die Fahrzeiten der Buslinien 22 und 44 sowie der Straßenbahnlinie 1. Dabei ergaben sich Verlängerungen von bis zu 15 Sekunden je Linienabschnitt. Diese lägen im erwartbaren Rahmen einer Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 und schwächten das ÖPNV-Angebot aus Sicht der Fahrgäste nicht wesentlich, heißt es in der Vorlage.

Auch bei den tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten zeigt sich eine Veränderung. Die sogenannte V85 – jene Geschwindigkeit, die 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer nicht überschreiten – sank an zwei Messstellen von jeweils 50 auf 40 beziehungsweise 39 km/h. Damit sei das Ziel einer spürbaren Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten erreicht worden.

Dauerhafte Regelung vorgesehen

Die Evaluation kommt zu dem Ergebnis, dass keine Auswirkungen festgestellt wurden, die einer dauerhaften Anordnung von Tempo 30 entgegenstehen oder deren Verhältnismäßigkeit infrage stellen. Die Maßnahme sei geeignet, die im Lärmaktionsplan verfolgten Ziele zu unterstützen und zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung beizutragen. Eine Änderung der bestehenden verkehrsrechtlichen Anordnung sei deshalb nicht angezeigt.

Der Stadtentwicklungs-, Mobilitäts- und Planungsausschuss berät am 21. Oktober über die Ergebnisse. Die endgültige Entscheidung über die dauerhafte Regelung fällt im Stadtrat.

Übersichtskarte – Datenquelle: Geoportal Bayern, Bearbeitung: DAZ