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Mittwoch, 18.09.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Nürnberg 1:2

Mit 1:2 verlor der FC Augsburg gegen den 1. FC Nürnberg das Freitagsspiel des 25. Spieltages der Fußballbundesliga und darf sich somit die zuletzt aufkeimende Hoffnung auf einen direkten Nichtabstiegsplatz abschminken. Die Tore erzielten Hiroshi Kiyotake (21.) und Alexander Esswein (54.) für den Club. Den vorübergehenden Ausgleich des FCA erzielte Tobias Werner in der 36. Minute.

Von Siegfried Zagler

Den Ausgleichstreffer des FCA wird die Statistik vermutlich Werner zusprechen, was aber nichts daran ändert, dass Club-Torhüter Raphael Schäfer den harmlosen Kopfball Werners bereits gehalten hatte, um das Leder dann doch noch über die Linie zu drücken. Der FCA hatte in der ersten Halbzeit wesentlich mehr vom Spiel und spielte gefällig nach vorne, ohne jedoch ernsthaft gefährliche Aktionen vor dem Club-Tor zu generieren. Mit Timm Klose und Per Nilsson in der Innenverteidigung schien die Club-Abwehr für den FCA wie verriegelt. Die Nürnberger überließen den Augsburgern das Mittelfeld und verlegten sich aufs Kontern. So wie in der 21. Minute als Raphael Schäfer einen weiten Abschlag auf Clubstürmer Tomas Pekhart brachte und dieser per Kopf (siegreich im Luftkampf gegen zwei Augsburger) auf Alexander Esswein weiterleitete. Esswein drang relativ unbehindert in den FCA Strafraum ein und passte auf Hiroshi Kiyotake zurück, der aus 14 Metern mit Links direkt abnahm und Mohamed Amsif keine Chance ließ.

Wo war Ottl?

So schön das Tor war, so dilettantisch verhielt sich die FCA-Abwehr dabei. Kiyotake stand dergestalt frei, dass man hätte meinen können, die Nürnberger Führung sei einem Tempogegenstoß geschuldet. Die meist gestellte Frage unter den sachkundigen FCA-Fans in der mit 30.660 Zuschauern ausverkauften SGL Arena lautete in diesem Moment: „Wo war Ottl?“ Andreas Ottl ersetzte den für dieses Spiel gelb-gesperrten Kapitän Daniel Baier, der nicht nur in diesem Moment bitter vermisst wurde. Der FCA spielte weiter als wäre nichts geschehen und schloss die vielleicht schönste Kombination des Spiels mit einem scharfen Kopfball von Tobias Werner direkt auf den Nürnberger Keeper Raphael Schäfer ab. Werner hatte bereits enttäuscht abgedreht, als der Torjubel ausbrach: Schäfer ließ den Ball auftropfen und drückte ihn dabei durch die eigenen Beine über die Torlinie: Das eins zu eins in der 36. Minute war ein Geschenk Schäfers, das der FCA nicht zu nutzen verstand. Zur ersten Halbzeit noch zwei Anmerkungen: Wenn man auf der Augsburger Trainerbank erkannt hätte, dass der junge Clubverteidiger Marvin Plattenardt die ersten 45 Minuten komplett neben sich stand, hätte man diese Schwäche in der ersten Halbzeit besser nutzen können. Zweitens: Club-Trainer Michael Wiesinger reagierte und brachte nach der Halbzeit Pinola für Plattenhardt.



Wenn ein Trainer das Spiel verliert …


Wurde bitter vermisst: Kapitän Daniel Baier

Wurde bitter vermisst: Kapitän Daniel Baier


Die zweite Halbzeit war aus Augsburger Sicht eine Katastrophe. Die erste Halbzeit begann mit einem Aufstellungsfehler (Ottl statt Moravek), die zweite mit einem Coachingfehler: statt Jan Moravek für Andreas Ottl zu bringen – auch um ein Zeichen zu setzen, dass man das Spiel unbedingt gewinnen will, ließ Weinzierl Sicherheitsfußballer Ottl bis zur 71. Minute weiter spielen. Mit Andreas Ottl hatten die Augsburger 70 Minuten einen Fußballer in ihren Reihen, dessen Körperhaltung und Laufwege den Eindruck erweckten, als ginge es in diesem Spiel darum, keine Fehler zu machen. Ottl spielte so blutarm und gedankenlos mit, dass man meinen könnte, er warte nur auf eine Spielunterbrechung um ein Gedicht zu schreiben. Mit dieser Haltung schien er den Rest der Mannschaft angesteckt zu haben, inklusive Trainer Weinzierl, der in der 63. Minute den einzigen Spieler auswechselte, der ein wenig Torgefahr ausstrahlte: Tobias Werner musste für Torsten Oehrl weichen. Oehrl brachte in 30 Minuten kein Bein auf den Boden. Das Gleiche gilt für Jan Moravek, der für Ottl kam. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:2. Alexander Esswein hatte einen Freistoß aus 17 Meter einfach hart und flach durch die Mitte und durch die Hosenträger von Mo Amsif getreten (51.). Ausgangspunkt dieses Freistoßes war der einzige Club-Konter, der am eigenen Strafraum begann: Ottl hatte den Ball in aussichtsreicher Position im gegnerischen Strafraum den Nürnbergern zugespielt! Es soll hier nicht darum gehen, Sündenböcke heraus zu stellen. Weder Andreas Ottl noch Don-Won Ji haben das Spiel verloren. Fußball ist ein Mannschaftssport, und somit ein Spiel, das meistens von der besseren Mannschaft gewonnen wird. Das war in der SGL Arena gestern der Fall. Wenn man aber einer Person die bittere Niederlage zusprechen möchte, dann kommt nur FCA Trainer Markus Weinzierl in Frage. Wenn ein Trainer das Spiel verliert, dann hört sich die „Analyse“ so an: „Wir haben uns im Spielaufbau schwer getan, haben gegen die kompakt stehenden Nürnberger zu viele lange Bälle gespielt. Gegen Nürnberg darfst du einfach nicht in Rückstand geraten“, so Weinzierl. Der Club war neben Hoffenheim die schlechteste Mannschaft, die in dieser Saison in Augsburg gastierte, deshalb die Frage: Gegen welche Mannschaft darf denn der FCA in Rückstand geraten? Anders gesagt: Jede andere Mannschaft (Hoffenheim ausgenommen) hätte den Augsburgern in ihrer desolaten Schlussviertelstunde zwei bis drei zusätzliche Treffer „eingeschenkt“.



FCA-Angriff in der zweiten Halbzeit wie ein Mädchenpensionat


In der kompletten zweiten Halbzeit waren die Angriffe des FCA für die Clubabwehr in etwa so gefährlich, als hätten sie es in einem Benefizspiel mit einem Mädchenpensionat zu tun. – Ab der 60. Minute brachte der FCA keinen einzigen Angriff mehr zum Abschluss und keinen einzigen Torschuss zustande. Wie in Bremen war Sascha Mölders in der zweiten Halbzeit vollkommen abgemeldet. Dass Don-Won Ji überhaupt auf dem Platz war, fiel erst auf, als Weinzierl ihn (viel zu spät) auswechselte (82.). Der hochmotivierte Aristide Bance konnte in der Schlussphase das Blatt nicht mehr wenden. Am kommenden Samstag können sich die Augsburger in Hamburg (15.30) für diese grauenvolle zweite Halbzeit rehabilitieren.

FCA: M. Amsif; – R. Klavan; M. Ostrzolek; J. Callsen-Bracker; K. Vogt; – T. Werner; A. Ottl; A. Hahn; D. Ji; J. Koo; – S. Mölders.



Eingewechselt
: J. Moravek (71.); T. Oehrl (63.); A. Bancé (82.).



Ausgewechselt
: T. Werner (63.); A. Ottl (71.); D. Ji (82.).

Auswechselbank: S. Jentzsch (TW); M. de Jong; M. Parkhurst; D. Reinhardt.

Tore:

0:1 Hiroshi Kiyotake (21.).

1:1 Tobias Werner (36.).

1:2 Alexander Esswein (54.).



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