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Mittwoch, 24.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Gladbach: Das Herz ist ein sonderbarer Muskel

Von Siegfried Zagler

Am kommenden Samstag  um 15.30 Uhr empfängt der FCA in seinem letzten Heimspiel der Hinrunde mit Borussia Mönchengladbach die Überflieger der Hinrunde.



Ramba-Zamba-Fußball mit Begleitmusik aus alten Europa-Cup-Posaunen gegen summenden Leisetreter aus dem unbekannten wie abgelegenen Lummerland. Damit soll es auch genug der Metaphorik sein. Das Spiel heißt Fußball, womit gesagt sein soll, dass der FC Augsburg am kommenden Wochenende in Runde 16 nicht nur gewinnen muss, sondern auch kann.

Würden die Brechtstädter ihr letztes Heimspiel verlieren, könnte man in Augsburg den Abgesang auf die Erste Liga anstimmen. Mit 11 Punkten Vorrat in der Winterpause müssten die Augsburger in der Rückrunde eine Siegesserie vom Zaun brechen, um den Nichtabstieg zu stemmen. Seriensieger sind jedoch aus einem anderen Holz geschnitzt als die wackeren aber holzschnittartig spielenden Augsburger. Bei einem Sieg gegen die Sensationstruppe von Lucien Favre (Platz 3 und mit 30 Punkten nur einen Zähler von der Tabellenspitze entfernt) sähe natürlich alles anders aus. Zumindest könnte man in Augsburg weiter das „Prinzip Hoffnung“ pflegen.

Nach einem Sieg gegen Gladbach sollte man jeden Stein umdrehen

Dann sollte man in Augsburg in der Winterpause jeden Stein umdrehen, um zu erreichen, wovon viele träumen, aber niemand kompetent zu sprechen wagt: Klassenerhalt. Ein Auswärtssieg in Hamburg in der 17. Runde ist zwar möglich, aber nur auf der Sensationsebene. Augsburger fahren aus vielen Gründen nach Hamburg, jedoch nicht, um dort als Fußballmannschaft zu gewinnen. Das weiß auch Popkultur- und Eventexperte Richard Goerlich, der für die DAZ kurz vor Weihnachten aus der Hansestadt berichten wird. Zunächst gilt aber das alte Fußballerwort, dass man von Spiel zu Spiel zu denken habe. Das funktioniert verständlicherweise aber nur, wenn das Herz noch schlägt. Das menschliche Herz ist ein robuster Muskel, aber nicht ganz frei von Launen. Niemand unter den DAZ-Autoren weiß das besser als Dr. Holzapfel, der am Samstag über das Gladbachspiel berichten wird.

„Herrn Rettig sehe ich sehr zurückhaltend“

Rudolf "Bene" Holzapfel

Rudolf "Bene" Holzapfel


„Benedikt!“, so Oberbürgermeister Kurt Gribl im Vorübergehen auf die Frage, wie Stadtrat Holzapfel mit Vornamen heiße. Als am Abend des 21. November 2010 der sogenannte Bürgerentscheid zum Tunnel entschieden war, gab Dr. Holzapfel der DAZ ein kurzes Interview und verschwand wieder in der Menge. Und so kam es, dass Rudolf Holzapfel, den alle nur „Bene“ nennen, für ein paar Stunden unter „Benedikt“ Holzapfel auf der DAZ firmierte. Dr. Rudolf Holzapfel (Jahrgang 1947) sitzt für Pro Augsburg im Stadtrat und ist einer der wenigen Rathausparlamentarier, die persönlich sehr geradeaus und unverschlüsselt auf Sendung gehen. Der ehemalige Facharzt für Chirurgie befindet sich bereits im Ruhestand und war dem Fußball nicht immer so zugeneigt. Sein Herz schlug zunächst für den AEV. Wie gesagt: Das menschliche Herz ist ein sonderbarer Muskel.

Als die Panther noch „AEV“ hießen war er bei den Eishockeyprofis als Vereinsarzt und einige Jahre im Vorstand tätig. „Ich bin kein profunder Kenner der Fußball-Materie“, so Holzapfel, „aber als engagierter Augsburger Sportfan sehe ich die Bedeutung des FCA durch die überregionale Medienpräsenz durchaus.“ Holzapfel verfolgt den FCA mit distanziertem Blick. „Die Entwicklung in den letzten 10 Jahren sollte beim FCA aber Anlass sein, noch mehr in die Jugendarbeit zu investieren. Den Entschluss zur Nicht-Fassade habe ich politisch nicht mitgetragen. Herrn Rettig sehe ich sehr zurückhaltend“, so Holzapfel auf die Frage, wie es denn um sein Verhältnis zum FCA bestellt sei.