DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Donnerstag, 16.09.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA verliert gegen Bilbao und steht somit vor dem EL-Aus

Der FC Augsburg verlor am Donnerstagabend sein letztes Heimspiel in der Europa-League-Gruppenphase gegen Athletic Club Bilbao mit 2:3. Die Tore schossen Susaeta (10.) und Aduriz (83./86.) für Bilbao sowie Trochowski (41.) und Bobadilla (59.) für den FCA.

Von Siegfried Zagler

Vor der Partie verdienten sich die Augsburger Fans ein Sonderlob mit einer Choreographie, die sich über drei Tribünen erstreckte. Markus Weinzierl nahm an seiner Startelf im Vergleich zur siegreichen „Stuttgarter Elf“ eine Reihe von Veränderungen vor, so spielten von Beginn an Kostas Stafylidis, Halil Altintop, Piotr Trochowski und Christoph Janker. Auf der Bank nahmen neben Ersatztorwart Alexander Manninger Philipp Max, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Ja-Cheol Koo, Raul Bobadilla, Caiuby und Tim Matavz Platz.

Im Spiel passierte zunächst wenig und bevor die Augsburger die erste nennenswerte Aktion nach vorne verbuchen konnten, lagen sie mit 0:1 zurück. Susaeta konnte einen Einwurf 25 Meter vor dem Tor in Ruhe annehmen, ohne dass Baier ihn störte und sich den Ball gemütlich in den Lauf legen und die Kugel rauschte aus 22 Meter in linke untere Eck. Ein Gegentor, das jeden engagierten Jugendtrainer auf die Palme treiben würde. Dem FCA fehlte zunächst der Mut und die Kreativität, um diesen frühen Fauxpas postwendend vergessen zu lassen. Erst in der 19. Minute brachte eine Ecke ein wenig Gefahr vor das Basken-Tor: Janker kam zweimal zum Abschluss, wurde aber beide Male abgeblockt. In der Folge spielte sich das Spiel in bedeutungslosen Räumen ab. Keiner Mannschaft gelang es, das Spiel kontrolliert zu eröffnen. Strafraumszenen gab es kaum und es dauerte bis zur 41. Minute bis, dank eines gedankenschnellen Einsatzes des kämpferisch überragenden Stafylidis, Trochowski an den Ball kam: Sein abgefälschter Schuss landete unhaltbar im gegnerischen Tor.

In der zweiten Halbzeit kam der FCA plötzlich mit Mut und Spiellust sehr schnell in die Gänge und verstand es, das Spiel an sich zu reißen. Die erste Großchance vergab Ji in der 51. Minute. Schön freigespielt von Kohr lief der Koreaner allein auf das baskische Tor zu, zögerte zu lange und konnte von einem zurück eilenden Athletic-Spieler geblockt werden. Wenig später dann doch die Augsburger Führung: Bobadilla, kurz davor eingewechselt, leitete die Situation selbst ein, indem er sich 20 Meter vor dem Tor sich gegen zwei Abwehrspieler durchsetzte und der Ball zu Ji kam, dessen Schuss Athletic-Keeper Iago Herrerin nur hoch in die Mitte abwehren konnte, wo Bobadilla zur Stelle war und überlegt mit dem Kopf gegen die Laufrichtung des Torhüters zur 2:1-Führung einnickte (59.).

Der FCA drängte nun auf das 3:1 und war als spielbestimmende Mannschaft dem 3:1 näher als die Basken dem Ausgleich, der allerdings fallen sollte. Im weiteren Fortgang des Spiels verlor der FCA nämlich wieder den spät aufgenommenen Faden und leistete sich einige Fahrlässigkeiten, sodass die eiskalten Gäste wieder zuschlagen konnten. In der 83. Minute fiel der Ausgleich, der schwer zu verteidigen war: Iturraspe flankte, blitzschnell freigespielt, von rechts in die Mitte, wo Aduriz freistehend zum 2:2 einköpfte. Der FCA zeigte unverständlicherweise Nerven und verlor nicht nur die Ordnung in der Defensive. Und so kam, was kommen musste: Williams schlug nach feinem Doppelpass mit Iturraspe von der Grundlinie einen flachen Pass nach innen und wieder war es Aduriz, der diesen blitzsauberen Spielzug am langen Pfosten zur 3:2-Führung erfolgreich abschloss (86.). Auch in der Schlussphase fand der FCA nicht mehr zurück ins Spiel, um auf den Ausgleich zu drängen, der so wichtig gewesen wäre.

Nun müsste der FCA mindestens 3:1 in Belgrad gewinnen, um am 10. Dezember in die K.O.-Phase einzuziehen, während Bilbao mit diesem Sieg als Gruppen-Erster feststeht.