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Mittwoch, 20.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

FCA: Hamburg bleibt ein gutes Pflaster

Hamburg bleibt ein gutes Pflaster für den FCA. Man sagt den Hamburgern eine große Gelassenheit nach. Und tatsächlich: Gefragt nach den Folgen des medial hochgepeitschten Orkans „Xaver“ war zu hören, das das ja nur ein „laues Lüftchen“ gewesen sei. Legt man diese Maßstäbe für die Bewertung des Spiels des HSV gegen den FC Augsburg zugrunde, war die Offensive der Hanseaten nicht einmal eine sanfte Brise. Die Beobachter in der mit 46.200 Zuschauern gefüllten IMTECH-Arena fragten sich, ob die Hamburger so schlecht oder ob die Augsburger so gut waren. Der Auswärtssieg des FCA war jedenfalls hochverdient.

Von Jochen Mack

In der Formation der Augsburger gab es einen Wechsel in der Sturmspitze. Nach Milik und Mölders gab Raul Bobadilla sein Startelfdebüt für die Augsburger – und wie: Er erkämpfte sich viele Chancen, störte das Aufbauspiel der Hamburger Abwehr und konnte viele der langen Bälle behaupten. So war es kein Zufall, dass es der Argentinier war, der das Tor des Tages erzielte. Der FCA erkämpfte sich den Ball im Mittelfeld, Halil Altintop stürmte auf der rechte Außenbahn nach vorne, flankte in die Mitte; Werner verlängerte und so traf Bobadilla souverän (18.). Was für ein Einstieg!

Wer jetzt auf einen Sturmlauf der Norddeutschen wartete, wurde enttäuscht. In der ersten Halbzeit erarbeiteten sie sich keine richtigen Chancen, die erste Ecke wurde ihnen in der 34. Minute zugesprochen. Viele lange Pässe ins Nichts waren deutliche Hinweise für die Ratlosigkeit und die Schwäche im Aufbauspiel. Die Augsburger waren näher am zweiten Treffer als die Hamburger am Ausgleich. Es blieb bis zur Halbzeit bei der verdienten Führung des FCA.

FCA versäumte es, hochkarätige Torchancen zu verwerten

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte. Nach nur 30 Sekunden stand der sehr gut spielende Tobias Werner allein vor René Adler, der konnte die Kugel aber gerade noch über die Latte lenken. Danach folgte die stärkste Phase der Heimmannschaft. In der 54. Minute scheiterte Maximilian Beister am starken Marvin Hitz, kurz danach rettete Hahn auf der Linie.

Das war‘s dann aber auch schon. Bis zum Schluss bekamen die Spieler des FCA das Spiel wieder in den Griff.  Sie waren fast immer einen Schritt schneller, kombinierten sicher und störten die Angriffsversuche der Hanseaten durch konsequentes Pressing von Anfang an. Einzige Versäumnis: Teils hochkarätige Chancen wurden nicht genutzt. Nach einem Sturmlauf des bärenstarken Daniel Baier kam Tobias Werner zum Abschluss, zog das Leder aber an die Latte. Einen Traumpass, wieder von Daniel Baier, verpasste André Hahn knapp – hätte er getroffen, wäre das „Tor des Monats“ nach Augsburg gegangen.

Den Hamburgern steht das Wasser bis zum Hals

Tabelle nach den Samstagsspielen

Tabelle nach den Samstagsspielen


Trainer Markus Weinzierl kann sehr zufrieden sein. Dass seine Mannschaft auswärts in Führung geht, ist nicht neu. Verändert hat sich aber, dass ein Vorsprung so unaufgeregt nach Hause gebracht wird. Zwei Spieltage vor Schluss der Hinrunde sind die Mannen vom Lech mit 20 Punkten mehr als im Soll. Erfreulich ist aber nicht nur die Punktausbeute, sondern auch die Art und Weise wie die Mannschaft spielt: Kompakt und gut organisiert verteidigt sie effizient und glänzt immer wieder durch sehenswerte Offensivaktionen. Den Hamburgern stehen dagegen schwere Zeiten ins Haus. Die Mannschaft wirkt verunsichert und uninspiriert, das Publikum war ungehalten und die Mannschaft hinkt mit 16 Punkten ihren Ansprüchen weit hinterher. Verliert der HSV am nächsten Wochenende in München bei den Bayern, steht ihm, dieser Kalauer muss erlaubt sein, das Wasser bis zum Hals. Und dann wird man sehen, ob die Clubführung auch darauf hanseatisch souverän reagieren wird.

Aufstellung des FCA: Hitz – Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek – Baier -Hahn, Vogt, Halil Altintop, To. Werner – Bobadilla.

Einwechslungen:  76. Holzhauser für Halil Altintop, 86. Mölders für Bobadilla, 90. M. de Jong für Werner.