CSU beantragt Heimatunterricht: „Mein Augsburg“ für Grundschüler
Die CSU-Stadtratsfraktion fordert mit dem Antrag „Augsburg entdecken – Heimatwissen und lokale Identität in der Grundschule stärken“ ein modulares Konzept für Grundschulen. Unter dem Titel „Mein Augsburg“ sollen Kinder Stadtgeschichte, Traditionen und das Leben vor Ort kennenlernen.
Von Bruno Stubenrauch

Eingang zur Fuggerei (Bild: DAZ)
Woher hat der eigene Stadtteil seinen Namen? Was bedeuten Rathaus, Fuggerei oder der Lech für die Stadt? Kinder sollen auf solche Fragen künftig Antworten bekommen. „Heimat beginnt vor der eigenen Haustür. Augsburg hat eine über 2.000-jährige Geschichte, vielfältige Traditionen und eine lebendige Vereinslandschaft. Dieses Wissen wollen wir für unsere Kinder erlebbar machen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Leo Dietz.
Module statt Lehrplan
Die Stadtverwaltung soll gemeinsam mit Grundschulen, dem Staatlichen Schulamt sowie Partnern aus Kultur, Heimatpflege und Vereinen altersgerechte Angebote entwickeln – etwa zur Stadtgeschichte, zu Stadtteilen, Bräuchen und Handwerk. „Wir wollen kein zusätzliches bürokratisches Unterrichtsprogramm schaffen. Unser Ziel ist es, bestehende Angebote und engagierte Akteure zusammenzubringen und daraus flexible Bausteine für die Grundschulen zu entwickeln“, so bildungspolitische Sprecherin Ruth Hintersberger.
Heimatvermittlung ohne Herkunftsbezug
Für die CSU ist Heimatvermittlung ausdrücklich keine Frage der Herkunft: Alle Kinder sollen eine Verbindung zu ihrem Lebensumfeld aufbauen können. „Integration heißt nicht, die eigene Herkunft aufzugeben, sondern auch am neuen Lebensmittelpunkt Wurzeln schlagen zu können“, betont Stadträtin Tanja Rüb. Chancen sieht die Fraktion zudem im Ausbau der Ganztagsbetreuung – etwa mit dem Zertifizierungsprogramm „Volksmusik für Ganztagsbetreuung“ des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege.