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Mittwoch, 04.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Brechtfestival: Bilanz mit Tiger

„Brechtfestivalleiter Dr. Joachim A. Lang ist als Tiger abgesprungen und als Vottelers Bettvorleger gelandet“, so ein im politischen Augsburg kursierender Kalauer.

Von Siegfried Zagler

Nichts davon ist wahr. Lang war für 95 Prozent der Veranstaltungen im diesjährigen Brechtfestival künstlerisch verantwortlich. Am vergangenen Montag zogen Juliane Votteler und Joachim Lang im Kulturausschuss in Sachen Brechtfestival 2013 Bilanz. Wie gewohnt machte Lang „seinen Erfolg“ an den Zuschauerzahlen und an der Medienresonanz fest. Nachdem Lang für sein schwaches künstlerisches Konzept und seine Erfolgsbehauptung bezüglich des 2012er Festivals von der DAZ scharf kritisiert wurde, bestand in diesem Jahr für Kritik wenig Anlass. Zumindest gab es einen deutlich verbesserten Publikumszuspruch (6.134 zahlende Zuschauer, 1.100 Freikarten und und 2.450 Besucher bei Veranstaltungen mit freiem Eintritt), womit sich das Brechtfestival 2013 mit 16.500 Euro in der „Gewinnzone“ befand. Beim letztjährigen Brechtfestival überzog Lang das Budget um 45.000 Euro. Auch die Resonanz bei den überregionalen Medien war 2013 nicht geträumt, auch wenn es für die Brecht-Uraufführung „Die Bibel“ wenig Beifall aus den Feuilletons gab.

Das Theater meldete zusätzlichen Bedarf im personellen Bereich an

„Für Juliane Votteler lag der Vorteil des Festivals 2013 vor allem in der Beteiligung des Theaters als „mitdenkendem Teil“, wie Nicole Prestle die Bilanz Vottelers in der Augsburger Allgemeinen ironisch zusammenfasste. Der “mitdenkende Teil” meldete darüber hinaus zusätzlichen Bedarf im personellen Bereich an. Der Kulturausschuss nahm die Vorträge von Votteler und Lang unkommentiert zur Kenntnis.