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Sonntag, 23.08.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Triumph der Unermüdlichkeit

Warum Bernd Kränzle nicht klein zu kriegen ist

Von Siegfried Zagler

Als sich Bernd Kränzle im Jahre 1972 in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Jungen Union herablassend über den damaligen CSU-Oberbürgermeisterkandidaten Ludwig Kotter äußerte, ging es anschließend um sein politisches Überleben. Es gab eine Welle der öffentlichen Empörung und explosiven innerparteilichen Druck gegen den JU-Vorsitzenden. Der Journalist, dessen Berichterstattung die Karriere Kränzles zu beenden schien, bevor sie richtig in die Gänge kam, war kein geringerer als Dieter Baur. Eines Abends, die Affäre war noch im vollen Gang, stand Bernd Kränzle vor dem Haus der Baurs und überreichte der Frau des Journalisten einen großen Strauß Roter Rosen mit der Bitte, sie solle auf ihren Mann einwirken, sodass er ihm in Zukunft gewogener sei. – Kränzle überstand diese Krise nur knapp. Damals, so kann man diese Geschichte heute auslegen, hat Bernd Kränzle seine Nagelprobe bestanden. Wenig später zog der dreißigjährige Vorsitzende der Jungen Union auf Platz 26 der CSU-Liste in den Augsburger Stadtrat ein. Er überstand die Krise unbeschädigter als es den Anschein hatte.