Augsburg plant Solar-Rahmenplan für die Altstadt
Denkmalschutz und Energiewende sollen systematisch zusammengeführt werden
Die Stadt Augsburg will den Umgang mit Photovoltaik- und Solaranlagen im historischen Stadtkern neu ordnen. Grundlage ist ein Kommunales Denkmalkonzept (KDK) für das Ensemble Altstadt, das in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erarbeitet werden soll.
Von Bruno Stubenrauch
Symbolbild
Der Stadtrat entscheidet am heutigen 18. Juni über den Grundsatzbeschluss. Im Vorfeld gilt die Zustimmung als wahrscheinlich: Der vorberatende Bauausschuss hat den Antrag in seiner Sitzung am 11. Juni bereits einstimmig befürwortet.
Leitlinie für Solaranlagen im historischen Stadtraum
Kern des Vorhabens ist ein sogenannter Solar-Rahmenplan, der künftig als Entscheidungsgrundlage für die Stadtverwaltung dienen soll. Er soll die Dachlandschaft der Altstadt systematisch erfassen und nach denkmalpflegerischer Sensibilität einordnen. Auf dieser Grundlage sollen Gestaltungsleitlinien entstehen, die festlegen, unter welchen Bedingungen Solaranlagen auf Gebäuden im historischen Bestand zulässig sind.
Ziel ist es, Genehmigungsverfahren nach dem Bayerischen Denkmalschutzrecht transparenter, schneller und rechtssicherer zu machen. Zunächst werden zwei Modellquartiere – die Jakobervorstadt und das Ulrichsviertel – exemplarisch untersucht. Die Ergebnisse sollen anschließend auf das gesamte Altstadtgebiet übertragen werden.
Altstadtensemble: historischer Stadtkern im ehemaligen Mauerring
Das Projekt bezieht sich auf das Ensemble Altstadt Augsburg (E-7-61-000-1). Es umfasst im Kern den historischen Stadtraum der ehemaligen Reichsstadt. Die Abgrenzung orientiert sich dabei im Wesentlichen am Verlauf der früheren Stadtbefestigung, die die Stadt bis ins 19. Jahrhundert umschloss und heute im Stadtgrundriss noch als Ring aus Straßen- und Grünstrukturen ablesbar ist. Damit umfasst das Ensemble vereinfacht den gesamten historischen Stadtkern, also den gewachsenen Stadtkörper der Altstadt, dessen Struktur das Stadtbild bis heute prägt.
Kosten und Förderung
Für das Projekt ist ein Kostenrahmen von rund 10.000 Euro vorgesehen. Geplant sind unter anderem eine Ortserkundung durch Studierende des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) sowie gegebenenfalls ergänzende Leistungen.
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege fördert das Vorhaben mit 60 Prozent (6.000 Euro), vorausgesetzt der Stadtrat stimmt zu. Der städtische Eigenanteil von 4.000 Euro wird teilweise über den Klimafonds („Solaroffensive“) sowie über das Budget des Baureferats finanziert.
