VAR-Wartezeit: Augsburg-Fans zittern mit am kürzesten
Wenn der Schiedsrichter das berühmte Rechteck in die Luft zeichnet, beginnt auf den Rängen das große Zittern. Eine neue Studie zeigt: Fans des FC Augsburg kommen dabei besonders gut weg – und alle überschätzen, wie lange sie wirklich warten.
Von Bruno Stubenrauch
Infografik VAR-Wartezeiten Süddeutschland (Quelle: Opta Data / SNICKERS®)
Kaum ein Moment im modernen Fußball ist nervenzehrender als eine VAR-Überprüfung. Der Jubel verstummt, die Hände zittern, der Blick klebt an der Anzeigetafel – und die Sekunden dehnen sich zur Ewigkeit. Doch wie lang ist diese Ewigkeit wirklich? Und fühlt sie sich überall gleich an? Eine aktuelle Analyse von Opta Data im Auftrag des Schokoriegelherstellers SNICKERS® liefert überraschende Antworten – und stellt Augsburg dabei in ein besonders gutes Licht.
Augsburg auf Platz zwei bundesweit
In der gerade abgelaufenen Bundesliga-Saison 2025/26 wurden insgesamt 126 VAR-Interventionen erfasst. Aufsummiert kamen dabei 78 Minuten reiner Wartezeit zusammen – fast die Dauer eines kompletten Fußballspiels. Doch die Verteilung war alles andere als gleichmäßig. Während Fans in Köln mit durchschnittlich 58,3 Sekunden pro Überprüfung die längste Geduldsprobe der gesamten Liga ertragen mussten, liegt Augsburg mit gerade einmal 17,8 Sekunden auf dem zweiten Platz der schnellsten VAR-Entscheidungen – bundesweit. Nur Freiburg ist mit 17,1 Sekunden noch eine Spur flotter.
Der regionale Vergleich zeigt ein weiteres klares Muster: Der Süden kommt am besten weg. Selbst Stuttgart als „Schlusslicht“ der südlichen Klubs wartet mit 49,2 Sekunden noch deutlich kürzer als Hamburg (55,3 Sekunden) oder St. Pauli (54,8 Sekunden) im Norden. Im Osten fällt Berlin mit 50,8 Sekunden unangenehm auf, während Leipzig mit 23,5 Sekunden fast schon süddeutsche Verhältnisse kennt.
Die gefühlte Ewigkeit
Besonders aufschlussreich ist die Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität. Befragte Fans schätzen die durchschnittliche Dauer einer VAR-Überprüfung auf satte 3,64 Minuten – die tatsächliche liegt bei 37,2 Sekunden. Die gefühlte Wartezeit ist damit fast sechsmal so lang wie die gemessene. Sportpsychologe Prof. Dr. Daniel Memmert von der Deutschen Sporthochschule Köln erklärt das mit der emotionalen Ausnahmesituation: Nicht Langeweile, sondern die Kombination aus Anspannung und ungewissem Ausgang lässt die Zeit stillzustehen scheinen.
Snack gegen den Frust
Über zwei Drittel der befragten Fans gaben an, sich während des Wartens aufgebracht und ungeduldig zu fühlen – was SNICKERS® treffend als „emotionalen Hunger“ bezeichnet. Wenig überraschend: 56 Prozent greifen in diesen Momenten automatisch zu Snacks oder einem Getränk. Der Schokoriegel-Hersteller hatte die Studie in Auftrag gegeben, um genau dieses Phänomen zu beleuchten.
Für Augsburg-Fans bleibt nach all den Zahlen zumindest eine tröstliche Erkenntnis: Wer in der WWK Arena mitfiebert, wartet nicht nur gefühlt weniger – sondern auch tatsächlich.

