Gut besuchter Neujahrsempfang der V-Partei³
Transparenz, Ethik und Naturschutz im Fokus
Mehr als 100 Gäste sind am Freitag der Einladung der V-Partei³ in den Augustanasaal gefolgt. Beim Neujahrsempfang setzte die im Augsburger Stadtrat vertretene Partei klare politische Akzente – von Haushaltsdisziplin über ethische Forschung bis hin zu Natur- und Artenschutz.
Von Bruno Stubenrauch
v.l.: Dr. Eberhard Pfeuffer, Marion Buk-Kluger, Dr. Ludwig Fink, „Ceci“ Cecelia Ribbeck, Roland Wegner, Dr. Rosmarie Lautenbacher (Foto: Christiane Briem)Durch den Abend führte Marion Buk-Kluger; die musikalische Umrahmung übernahm „Ceci“ – Cecelia Ribbeck, frisch gekürte Roy-Preisträgerin.
Stadtrat und OB-Kandidat Roland Wegner kritisierte die Kostenentwicklung bei der Sanierung des Staatstheaters sowie die hohe Gesamtverschuldung der Stadt. Augsburg brauche mehr Transparenz, eine klare Priorisierung der Pflichtaufgaben und weniger Selbstdarstellung, so Wegner.
Tierversuchsfreie Forschung, Lech als Naturerbe
Dr. Rosmarie Lautenbacher forderte eine konsequente Förderung tierversuchsfreier Forschung. Moderne Methoden wie Organoide oder Multi-Organ-Chips seien ethisch vertretbar und wissenschaftlich präziser. Augsburg solle hier Vorreiter werden und entsprechende Strukturen schaffen, so die Ärztin, die auf Listenplatz fünf für die V-Partei³ kandidiert.
Eindringlich warnte Dr. Eberhard Pfeuffer, Naturforscher und Ehrenvorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben e.V., vor dem Bau eines weiteren Wasserkraftwerks am Lech. Zusätzliche Staustufen gefährdeten Fischbestände, Auenlandschaften und die ökologische Qualität des Flusses. Der Lech sei Naturerbe und Identität der Region – sein Schutz müsse Vorrang haben.
Klinikpark soll erhalten werden
Für Aufmerksamkeit sorgte auch der frühere Stadtberger Bürgermeister Dr. Ludwig Fink (SPD). Er warb leidenschaftlich für den Erhalt des Klinikparks in Kriegshaber und brachte ein mögliches Bürgerbegehren ins Gespräch.
Zuvor hatte sich auch Roland Wegner für eine rechtssichere und transparente Standortentscheidung beim geplanten Neubau der Uniklinik ausgesprochen und für den Erhalt des Naturparks plädiert. Die alternative Baufläche östlich des bestehenden Gebäudes sei städtebaulich sinnvoller. Die V-Partei³ kündigte an, die Option eines Bürgerbegehrens ernsthaft prüfen zu wollen.
Ein symbolisches Zeichen setzte die Partei auch bei den Präsenten: Statt Blumen gab es Vogelhäuschen, für Sängerin „Ceci“ ein Insektenhotel – ein kleiner, aber sichtbarer Verweis auf den Anspruch nachhaltiger Politik.



