Grüner Politik-Spitzenverdiener wirft AfD-Kandidaten Versorgungsmentalität vor
Stadtratskandidat Cemal Bozoğlu, Grünes Mitglied des Bayerischen Landtags, will auf der Augsburger AfD-Kandidatenliste zur Kommunalwahl familienbetriebsähnliche Strukturen entdeckt haben. Er fragt besorgt: „Geht es um den Vorteil von ein paar Leuten?“ Das wirkt aufgesetzt.
Kommentar von Bruno Stubenrauch
Auf der AfD-Liste würden die Nachnamen „Scheirich“ und „Felker“ viermal und der Name „Jurca“ dreimal auftauchen, was für ihn „große Fragen“ aufwerfe, so Bozoğlu in einer Pressemitteilung vom Mittwoch, 11. Februar.
Bozoğlu, der mit Abgeordnetenbezügen von monatlich 14.500 Euro plus kostenloser DB-Netzkarte zu den Spitzenverdienern der Augsburger Polit-Szene gehört und als Grüner Listenkandidat nach weiteren 1.780 Euro monatlich als Stadtrat strebt, wirft den AfD-Kandidaten „politischen Familienbetrieb“ und die Absicht vor, „den Kuchen förmlich unter sich aufteilen“ zu wollen.
Traditionelles Familienbild (Symbolbild)
AfD-Politiker sind eher der traditionell-mitteleuropäische Familientyp
Dabei hat Grünenpolitiker Bozoğlu nichts statistisch Ungewöhnliches entdeckt: AfD- (und Unions-)Politiker haben im Schnitt die meisten Kinder und pflegen ein traditionelles Familienbild mit einheitlichem Familiennamen, während Grünen- (und Linken-)Politiker bei der Anzahl der Kinder Schlusslicht sind, ein urban-modernes Familienbild leben und das Namensrecht eher kreativ handhaben. So hatten die ehemaligen AfD-Parteichefs Lucke, Petry und Meuthen je mindestens fünf eigene Kinder, Tino Chrupalla hat immerhin noch überdurchschnittliche drei, während Claudia Roth kinderlos ist und die Gefahr der Vorteilsnahme durch ein weiteres „Roth“ auf der Grünen Stadtratsliste gegen Null geht.
Bozoğlus Pressemitteilung ist geeignet, das Vorurteil „Familie = rechts = böse“ zu bedienen. Dann müsste man allerdings die Freien Wähler mit ganz anderen Augen betrachten: Auch auf deren Stadtratsliste taucht ein Nachname viermal auf, der Name „Wengert“. Der Name „Stütz“ taucht dreimal auf. Darüber hinaus gibt es gleich sechs Namensdubletten, darunter zwei „Sandner“, zwei Juwelierinnen „Ucaroglu“ und zwei „Dr. Schneider“. Nach Logik des Grünen Landtagspolitikers stehen also gleich 19 Kandidaten der Freien Wähler unter dem Generalverdacht der versuchten Vorteilsnahme. Die DAZ ist auf Bozoğlus nächste Pressemitteilung gespannt.
