Die Augsburger Zeitung

DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur

Dienstag, 28.3.2017 • Nr. 87 • Jahrgang 6 • www.daz-augsburg.de

Sinfoniekonzert: Folklore in vielen Schattierungen

Das 6. Sinfoniekonzert der Spielzeit versprach „Folklore – neu gehört“. Gastdirigent Peter Rundel und Solistin Ruth Kilius spielten mit den Facetten der neuen Musik.

Von Halrun Reinholz

Der Einstieg war beschwingt: Als erstes Stück des „folkloristischen“ Konzerts  spielten die Augsburger Philharmoniker das “Concert Românesc” von György Ligeti. Mit einem Anklang an die „Lerche“, virtuosen Streicherpartien und mitreißenden Rhythmen gab Ligeti hier wieder, was er seit seiner Kindheit in dem seit 1918 zu Rumänien gehörenden Siebenbürgen aufgeschnappt hatte und später als Musiker professionell untersuchte: die Klänge der Volksmusik, die sich von der seiner ungarischen Landsleute deutlich unterschied. Kaum zu glauben, dass diese Musik im stalinistischen Ungarn der 50er Jahre als subversiv galt und nicht aufgeführt werden durfte. Denn selbstverständlich hatte der Komponist mit diesen Klängen experimentiert, sie nicht zum linientreuen Lobgesang im Stil des sozialistischen Realismus ausgestattet. „Schräge“ Harmonien und Dissonanzen waren da nicht vorgesehen. Ligeti ersann für sich den Begriff der „schwarzen“  Musik mit „Schwebungen“, d.h. Interferenzmustern übereinandergeschichteter Stimmen. Sie stand zwischen der „roten“ (der „schönen“ modal-konsonanten) und der „grünen“ (dissonanten) Musik.


Konzert: “Theodor Bastard” in der Ballonfabrik

Am heutigen Mittwochabend ist Theodor Bastard in der Augsburger Ballonfabrik zu Gast. Die St. Petersburger gehören zu den ungewöhnlichsten und eigenständigsten Bands aus Russland.

Sie erschaffen geheimnisvolle und mythische Klangwelten, die in erster Linie in der Weltmusik, dem Neo Folk, Dark Wave und Trip Hop verankert sind. Die besonderen Merkmale und Markenzeichen sind zum einen [...]

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Brechtfestival: Brecht quält Benjamin

Mit „Krise ist immer“ beschreibt das Künstlerensemble um Regisseurin Friederike Heller die langjährige Freundschaft von Bertolt Brecht und Walter Benjamin als narzisstische Beziehung zwischen Zerstörung und Selbstzerstörung. Aufhänger sind Dokumente der zwischen Benjamin und Brecht geführten Debatten aus der Entstehungszeit des 1931 gescheiterten Zeitschriftenprojekts „Krise und Kritik“.

Von Bernhard Schiller

Was wäre geschehen, hätte Brecht die Pfingstrose [...]

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Nachtrag zu Brechts „Maßnahme“ vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise

Glanz und Elend des Gegenwartstheaters waren in dem von Selcuk Cara für das Brechtfestival 2017 inszenierten Lehrstück Bertolt Brechts „Die Maßnahme“ zu erleben.

Von Dr. Helmut Gier

Pathetische Momente durch sakral anmutende Choreographien sowie stimmliches und körperliches Verausgaben, großartige Musik, aufdringliche Symbolik (Schlauchboot und Weihrauchfass), die verfremdende Konfrontation der Werke großer Autoren mit den Werken anderer großer [...]

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Konstantin Wecker in der Langen Brechtnacht: „Es geht ums Tun und nicht ums Siegen“

Wecker trifft (auch) Brecht. Zum Brechtfestival zeigt sich ein gut gelaunter altersmilder Konstantin Wecker als geistiger Bruder von Bertolt Brecht

Von Halrun Reinholz

Wenn eine Institution wie Konstantin Wecker nach Augsburg kommt, ist der Saal schnell ausverkauft. Auch wenn es gar kein Saal ist, sondern eher sowas wie ein Zelt. Der Scheibengasbehälter des [...]

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Der Auftritt der “Dakh Daughters” - ein Highlight der Langen Brechtnacht 2017

In der bis auf den letzten Platz besetzten Brechtbühne überzeugten die sieben furchtlosen jungen Schauspielerinnen aus der Ukraine im Rahmen der Langen Brechtnacht 2017 mit einer kraftvollen „Freak-Kabarett“-Performance und begeisterten das Publikum.

Von Andrea Huber

Die Dakh Daughters gehören zu den Projekten des unabhängigen Zentrums für zeitgenössische Kunst “Dakh” in Kiew. Alle Mitglieder sind ausgebildete Schauspielerinnen. Die Freak-Kabarett-Truppe ist bereits [...]

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Lange Brechtnacht: Kurzweilige Lesch-Stunde auf hartem Fußboden

„Ändere die Welt, sie braucht es“ – Dieser Spruch aus Brechts “Maßnahme” und zugleich  Motto des aktuellen Brechtfestivals scheint auch das Motto von Sarah Lesch zu sein. Die Dreißigjährige stellte am Samstag im Augsburger Rathaus Songs ihrer beiden Alben „Lieder aus der schmutzigen Küche“ sowie „Von Musen und Matrosen“ im Rahmen der Langen Brechtnacht vor.

Von [...]

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Lange Brechtnacht: Lost in USA; das Hollywooder Liederbuch

Zur Langen Brechtnacht 2017 gestalteten Franz Xaver Schlecht, Bariton (Berlin) und Bernhard Haselmann, Klavier (Augsburg) im Kulturhaus Kresslesmühle einen Liederabend mit der Musik von Hanns Eisler und Texten von Bertolt Brecht aus dem Hollywooder Liederbuch. Njamy Sitson (Augsburg/Kamerun) ergänzte mit percussiven Einwürfen und Texten, Regie führte Rike Reiniger.

Von Andrea Huber

Mit dem Hollywooder Liederbuch, einer Kunstliedsammlung [...]

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Lange Brechtnacht: The same and the same and the same

Same Old Song: Belangloses in der Soho-Stage

Von Dr. Sabine Eisenreich

Show me the way tot he next Whisky-Bar“ erscholl es in der langen Brechtnacht auf zehn verschiedene Weisen in der SOHO-Stage. Darum war die Veranstaltung auch übertitelt mit „Same Old Song“. Alt ist das Lied wirklich, denn der Alabama Song wurde erstmals 1927 in Bertolt Brechts [...]

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Brechtfestival: Fulminante Eröffnung

Die Maßnahme: Das Brechtfestival 2017 begann mit einer fulminanten Eröffnung

Von Prof. Dr. Jürgen Hillesheim

Warum es Selcuk Cara in beeindruckender Weise gelungen ist, einen ästhetischen Schwebezustand zu erzeugen und aufrecht zu halten, der die Grundproblematik  des Lehrstücks niemals verflachen - und das herausfordernde Potenzial des Dramas spürbar erfahren lässt

Brechts in erster Fassung 1930 entstandenes, vermeintlich so [...]

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Sinfoniekonzert: Romantisches Familientreffen

Mit Hilfe seiner ungarischen Weggefährten nimmt Domonkos Héja dem Augsburger Konzertpublikum die Angst vor Romantik

Von Halrun Reinholz

„Angst vor Romantik?“ heißt die bange Frage, die dem 5. Sinfoniekonzert als Motto vorangestellt wurde.  Für das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms hat GMD Domonkos Héja überzeugende Schützenhilfe geholt: Barnabás Kelemen (Violine) und [...]

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