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Sonntag, 27.09.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Vermögensteuer: falscher Ansatz

Die schwäbische Wirtschaft wendet sich gegen eine zusätzliche Besteuerung der Substanz und weiteren Bürokratieaufbau.

Für Dr. Sebastian Priller, Vizepräsident der IHK Schwaben, sind die Träume der Berliner Oppositionsparteien von der Wiedereinführung der Vermögenssteuer nur ein Sommerloch-Thema. Vier oppositionsgeführte Bundesländer haben angekündigt, nach der Sommerpause hierzu eine entsprechende Gesetzesinitiative in den Bundesrat einbringen zu wollen.

“Diese geplanten Mehrbelastungen der Unternehmen durch neue, höhere Steuern und mehr Bürokratie sind der falsche Weg,” so Priller gestern in einer Pressemitteilung der IHK Schwaben. “Der Staat hat mit seinen derzeitigen steuerlichen Rekordeinnahmen kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Ein solide wirtschaftender Familienunternehmer würde schließlich auch immer als erstes versuchen, seine Ausgaben kritisch zu überprüfen.” Außerdem würden die Befürworter der Vermögenssteuer die administrativen Kosten der Steuererhebung völlig außer Acht lassen. Durch die nötige Bewertung von Immobilien- und Unternehmensvermögen würden “enorme zusätzliche bürokratische Mehrbelastungen für die Unternehmen, genauso wie auch für die Finanzverwaltung” entstehen.