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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Theater: Bücker stellt neues Team und Programm vor

Am vergangenen Dienstag stellte der künftige Intendant des Augsburger Stadttheaters André Bücker auf einer Pressekonferenz das neue Führungsteam und den Spielplan 2017/18 vor.

Neu im Team sind der Operndirektor Daniel Herzog, Ricardo Fernando als neuer Ballettdirektor und Sophie Walz als Leitende Musiktheaterdramaturgin. Domonkos Héja bleibt als Generalmusikdirektor am Theater Augsburg.
 Im Schauspiel werden Lutz Keßler als Leitender Dramaturg, Sabeth Braun (Dramaturgin), Nicole Schneiderbauer (Hausregisseurin) und David Ortmann (Hausregisseur) als Team die Künstlerische Leitung übernehmen.

Das Theater soll wieder ein politischer Ort werden, der gesellschaftliche Entwicklungen thematisiert

Unter dem Motto »Sinnsucht« will das Ensemble des Theater Augsburg neue Wege gehen.
 André Bücker versteht das Theater als Ort des Diskurses, in dem aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen thematisiert werden: „Theater ist für mich ein politischer Ort, der soziale Gegenwart reflektiert.“ 
Der neue Intendant hat vor, den Fokus auf die aufklärerische Kraft des Theaters zu legen und die Potentiale für Bildung und Vermittlung zu verstärken. Dafür soll eine zusätzliche Stelle in der Theaterpädagogik sorgen.
 Durch Kooperationen und Partnerschaften mit anderen Kulturinstitutionen sowie der „freien Szene“ möchte Bücker die gesellschaftliche Bedeutung und die Diskursfähigkeit des Augsburger Stadttheaters stärken.

Die Sanierung des Großen Hauses erfordere Bewegung. Deshalb stehe die Spielzeit 2017/18 für „Aufbruch, Umbruch und Öffnung des Theaters“. Davon würden zahlreiche Projekte zeugen, zum Beispiel wie der »Tatort Augsburg« (Idee und Regie: David Ortmann) und die Plattform für interdisziplinäre und interkulturelle Theaterarbeit »Plan A«.

Oper: Freischütz und zwei deutsche Erstaufführungen

Neben Carl Maria von Webers Klassiker »Der Freischütz« (Inszenierung: Hinrich Horstkotte), mit dem die Saison in der neuen Spielstätte im martini-Park eröffnet wird, und Verdis »La forza del destino« stehen mit Rufus Wainwrights »Prima Donna« in der Inszenierung von Hans Peter Cloos und Dai Fujikuras »Solaris« zwei Deutsche Erstaufführungen auf dem Spielplan.

Operette und Musical: „Herz aus Gold“ und Jimmy Hartwig

Zur Abteilung „Wiederentdeckung“ gehört Paul Abrahams Fußball-Operette »Roxy und ihr Wunderteam«, bei der der ehemalige Profifußballspieler und Ex-FCA-Trainer Jimmy Hartwig auf der Bühne auszuhalten ist. Auf der Freilichtbühne am Roten Tor zeigt das Theater Augsburg ein Auftragswerk, die Uraufführung von Stephan Kanyars Fugger-Musical »Herz aus Gold«.

Schauspiel: Von der Sinnsuche Peer Gynts bis zum Untergang des Egoisten Johann Fatzer

Im Schauspiel startet die Spielzeit mit »Peer Gynt« in der Inszenierung von André Bücker. Hausregisseurin Nicole Schneiderbauer, die auch »Plan A« kuratiert, zeigt in ihrer ersten Inszenierung Thomas Köcks »paradies fluten«.

»Das Kind träumt«, eine große und berührende Allegorie über Flucht und Vertreibung von dem israelischen Dramatiker Hanoch Levin wird in Augsburg erstmalig in deutscher Sprache aufgeführt.

Zum Brechtfestival 2018 inszeniert Christian von Treskow Brechts großes Fragment »Der Untergang des Egoisten Johann Fatzer«. 50 Jahre nach 1968 befragt das Theater Augsburg die Utopien der 68er-Generation vor dem Hintergrund der politischen Gegenwart. Der türkische Dramatiker und Lyriker Turgay Nar hat mit »Das Spiel der Schahrazad« eine sprachgewaltige Adaption der grausamen Geschichte aus Tausendundeiner Nacht vorgelegt, die der in Augsburg ansässige Regisseur Ferdi Degirmencioglu übersetzt hat.

Ballett mit Musik von Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Janis Joplin und Amy Winehouse

Das Ballett zeigt in der Choreografie des neuen Ballettdirektors Ricardo Fernando dessen Neuinterpretation des Klassikers »Schwanensee«. Bei »Dimensions of Dance. Part 1« werden international renommierte Choreografen in Augsburg erwartet. Auf der brechtbühne zeigt die Ballettkompanie, dass Musik von Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Janis Joplin oder Amy Winehouse auch klassisch ausgebildeten Tänzern als Grundlage für einen fulminanten Ballettabend dienen kann.
 In acht Sinfoniekonzerten sowie zahlreichen Sonder- und Familienkonzerten präsentieren die Augsburger Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Domonkos Héja ein höchst abwechslungsreiches Konzertprogramm. Artist in Residence ist in der kommenden Spielzeit der Bassposaunist Stefan Schulz.

Das Augsburger Stadttheater wird nicht nur baulich saniert, sondern erhält auch inhaltlich eine neue Ausrichtung

Neben dem  Programm auf den verschiedenen Bühnen startet das Theater Augsburg zahlreiche Projekte, Formate und Kooperationen sowie ein vielseitiges theaterpädagogisches Workshop-Angebot. Diese Ausrichtung soll das Profil des Theater Augsburg in den nächsten Jahren maßgeblich prägen, ebenso wie die zahlreichen Künstler, die in allen Sparten neu nach Augsburg kommen werden. Sie werden künftig dem Theater ein neues Gesicht geben und die künstlerische Handschrift des Hauses als Ensemble- und Repertoiretheater bestimmen.
Die Spielstätte im martini-Park wird am 24. September 2017 mit einem großen Theaterfest eröffnet.

V. l. n. r.: Lutz Keßler (Leitender Dramaturg Schauspiel & Mitglied der Künstlerischen Leitung Schauspiel), Ricardo Fernando (Ballettdirektor), David Ortmann (Hausregisseur & Mitglied der Künstlerischen Leitung Schauspiel), Sabeth Braun (Schauspieldramaturgin & Mitglied der Künstlerischen Leitung Schauspiel), Nicole Schneiderbauer (Hausregisseurin, Mitglied der Künstlerischen Leitung Schauspiel & Kuratorin Plan A), Sophie Walz (Leitende Musiktheaterdramaturgin), André Bücker (Intendant), Heike Neumann (Leiterin Kommunikation), Daniel Herzog (Operndirektor), Friedrich Meyer (Kaufmännischer Direktor), Domonkos Héja (Generalmusikdirektor). Foto: Jan-Pieter Fuhr



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