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Freitag, 21.01.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Corona in Augsburg: Stadt prüft 2G-Regelung für Außengastronomie

Die Stadt Augsburg reagiert auf große Freiluftveranstaltungen am Wochenende und fasst nun schärfere Schutzregelungen ins Auge.

Die neue Coronavariante Omikron, täglich weiter steigende Inzidenzzahlen in Augsburg und die Überlastung der Kliniken im Zweckverband versetzen die Stadt Augsburg in noch größere Alarmbereitschaft. Nachdem am vergangenen Wochenende teils größere Veranstaltungen im Freien hunderte Menschen angezogen haben, prüft die Stadt Augsburg eine Verschärfung der Schutzregelungen in der Außengastronomie. Im Moment gilt nur für Innenbereiche der Gastronomie die 2G-Regelung. Zudem appelliert die Stadt Augsburg ein weiteres Mal an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger.

Eva Weber — Bildquelle: CSU Augsburg

„Leider hat das vergangene Wochenende die Notwendigkeit stärkerer Schutzmaßnahmen zu Tage gebracht. Das Fehlverhalten einiger Weniger könnte nun ein weiteres Mal zu Verschärfung für Alle führen. Auch für die, die verantwortungsvoll mit den aktuellen Regelungen umgegangen sind. Das bedauern wir zutiefst. Der Freistaat hat es hier versäumt, klare Verhältnisse zu schaffen. Die Weihnachtsmärkte abzusagen, aber die Möglichkeit für Gastronomen offen zu lassen, in Außenbereichen hunderte Menschen zu bewirten, wurde leider ausgenutzt. Das ist menschlich. Aber das ist auch fatal. Die Lage ist ernster denn je. Nicht alles, was erlaubt ist, sollte in diesen extremen Pandemiezeiten auch gemacht werden. Ohne das Zutun Aller, kommen wir aus diesem nicht enden wollenden Coronaalbtraum nicht heraus.“ So Oberbürgermeisterin Eva Weber in einer Stellungnahme der Stadt nach Bekanntwerden der Menschenansammlungen vor diversen Lokalen.

Ordnungsreferent Frank Pintsch bläst ins gleiche Horn: „Die Infektionsgefahr und damit die Gefahr, schwer zu erkranken, ist nach wie vor sehr hoch – und wird durch neue Virusvarianten nicht besser. Ganz entscheidend und dringender als je zuvor ist jetzt die Selbstverantwortung einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers, Kontakte bestmöglich zu verringern. Dies gilt im privaten wie im öffentlichen Bereich. Die 2G- und 2G-plus- Regelungen, wie sie derzeit in Bayern gelten, zielen exakt auf diese Kontaktvermeidung ab. Wer hier als Gastronom oder Gastronomin nach dem Grundsatz vorgeht, dass alles erlaubt sei, was nicht ausdrücklich verboten ist und Regelungen maximal und ohne Blick auf Sinn und Zweck ausnutzt, sendet ein fatal falsches Zeichen. Gerade jetzt sind Abstand halten und Menschenansammlungen meiden Gebote der Vernunft – auch an frischer Luft! Die Notwendigkeit der Abverlegung von Intensivpatienten in andere Bundesländer spricht hier eine eindeutige Sprache: Gefragt sind eine rücksichtnehmende Solidarität, Zurückhaltung und Selbstverantwortung. Sich dem mit entsprechenden Angeboten gezielt entgegenzustellen und bewusst das Gegenteil zu provozieren, widerspricht jeglicher Selbstverantwortung.“

Laut Robert-Koch-Institut lagen die 7-Tage-Inzidenzen in Augsburg gestern bei 544,6 (Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen). Das entspricht insgesamt 314 Infizierten mehr als noch vergangenen Freitag. Die im Leitstellenbereich (Stadt Augsburg, LK Augsburg, LK Aichach- Friedberg, LK Dillingen und LK Donau-Ries) zur Verfügung stehenden Intensivkapazitäten sind zu 95,5 Prozent ausgelastet. 300 Patientinnen und Patienten werden stationär behandelt, davon 68 intensiv.