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Mittwoch, 07.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kunst

Alle Jahre wieder gut: Kabarett 2026 in der Puppenkiste

„Verrückte Zeiten“ durchleben wir gerade. Zumindest sehen das die Macher des dies­jährigen Kabarett-Programms der Augsburger Puppenkiste so. Akribisch beobachten sie das ganze Jahr über die Politik auf allen Ebenen und dazu die skurrilen und erstaun­lichen Gescheh­nisse, die auf den Kuriosi­täten­seiten der Presse verzeichnet werden. Unter Zugabe von Poesie, Musik und Puppen­spieler-Kunst entstand daraus auch in diesem Jahr ein kurz­weiliger, witziger und intelli­genter Theaterabend.

Von Halrun Reinholz

Die Neuen (v.l.): Dorothee Bär, Heidi Reichinnek, Felix Banaszak und „Dr. Hobert Rabeck“

Die zentrale Szene gleich nach der ein­stim­men­den Revue-Nummer (diesmal der Tanz der Sala­mander) ist tradi­tio­nell der Deutsch­land­politik gewid­met. Dazu werden jedes Jahr neue Puppen ge­schnitzt – je nachdem, welcher Politi­ker oder welche Politi­kerin gerade wieder ins Zentrum der Auf­merk­sam­keit rückt. Dorothee Bär und Heidi Reichinnek sowie Felix Banaszak sind diesmal neu. Merz, Habeck und Söder konnten wieder­ver­wendet werden. Olaf Scholz auch, aber kaum erkennbar, denn er ist als Henker unter einer Kapuze versteckt. Habeck tritt inkog­nito (mit Schnauz­bart getarnt) als „Dr. Hobert Rabeck“ auf und ist der Chefarzt in der Anstalt für Reali­täts­verlust, in der die ande­ren Politi­ker als Pati­enten unter Beob­ach­tung stehen, weil sie glauben, das Land zu regieren. Söders Puppe wurde auf­ge­hübscht, er kommt als „Kini“ daher und benimmt sich ent­spre­chend. Die Texte arbeiten sich an ihm ab, aber nicht nur, denn zum Vergnügen des Publi­kums ver­schonen sie keinen der politi­schen Akteure.

Keine Puppe gibt es dagegen für die Größen der Lokal­politik. Doch auch diese wird wie jedes Jahr aufs Korn genommen, allerdings tut das der Kasper persönlich in seinen Einlagen im Augsch­burger Dialekt. Dabei fällt ihm noch so manches ein, was weit über die Lokal­politik hinausgeht.

Die Unwägbarkeiten des Alltags in der Steinzeit

Die Mischung aus witzigen Kabarett-Texten und kunst­vollem Puppen­spiel wird vom Augs­burger Publikum jedes Jahr mit Spannung erwartet. Kon­stanten sind dabei der Neander­taler mit seinem Freund Mammut, die sich auch diesmal wieder mit den Unwäg­bar­keiten des Alltags­lebens (nicht nur) in der Steinzeit aus­einander­setzen. Die hohe Kunst des Puppen­spiels tritt bei den Ballett- und Tanz­nummern in den Vorder­grund, wenn eine Gruppe von Mario­netten koordi­niert zur Musik bewegt wird. Zuweilen hebt sich da der Vorhang und das Publikum darf den Puppen­spielern bei ihrer anspruchs­vollen Arbeit zuschauen.

Dazu gibt es auch in der Pause wieder Gelegen­heit, wenn die Zuschauer in den Bühnen­raum ein­geladen werden, um die geschnitz­ten Stars des Abends aus der Nähe zu betrachten. So nebenbei erhascht man da auch einen Blick auf die Abfolge der Szenen und die ver­schie­denen Schienen, auf denen die Puppen bereit­stehen für ihren Auftritt. Wohl dem, der da den Durch­blick bewahren kann.

Donald Trump als Gorilla

Donald Trump –
Fotos: Halrun Reinholz

Dass die Puppen­kiste nicht nur Mario­netten­spiel be­herrscht, zeigte sie auch diesmal wieder. Die panto­mimi­schen Num­mern mit Hand­puppen haben einen ganz anderen Charme und zeigen die Vielfalt des Metiers. Diesmal wird etwa die Inter­aktion eines über­griffi­gen Pia­nisten mit der Sängerin persi­fliert, zudem hat Donald Trump als Gorilla mit roter Baseball-Cap und roter Krawatte einen Auftritt mit der Frei­heits­statue, die sich gegen seine Ver­ein­nahmungs­versuche erfolg­reich zur Wehr setzt.

Selbst die sehr kurzen „Füll-Szenen“ für einen Witz werden oft mit viel Liebe zum Detail deko­riert und präsen­tiert und Kalauer jeder Art füllen die Umbau­pausen. Was den Zu­schauern auf jeden Fall bleibt, ist gute Laune und ein zuver­sicht­licher Blick ins neue Jahr. Da das Programm immer an Silvester Premiere hat, ist es Usus, dass die Puppen­spieler beim Applaus Luft­schlangen ins Publikum werfen.

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