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Sonntag, 02.08.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Neue Sitzordnung: Die AfD bleibt auf Abstand

Mit der Rückkehr des Augsburger Stadtrats ins sanier­te Rat­haus soll nach der Sommer­pause auch eine neue Sitz­ordnung gelten. Der Vorschlag der eigens einge­setz­ten Kommis­sion sieht dabei eine auf­fällige räum­liche Trennung der AfD-Fraktion von den übrigen Grup­pie­rungen im Stadtrat vor.

Von Bruno Stubenrauch

Die neue Sitzordnung des Augsburger Stadtrats: Die AfD-Fraktion sitzt künftig am hinteren rechten Rand des Sitzungs­saals. Die Plätze davor und die beiden Plätze daneben bleiben frei. (Grafik: DAZ / Beschlussvorlage Stadt Augsburg)

Auslöser war ein Einwand des Einzel­stadt­rats Bruno Marcon (Augsburg in Bürger­hand) in der konsti­tu­ierenden Sitzung am 4. Mai. Nach der damals vorge­sehenen Sitz­ordnung hätte sein Platz un­mittel­bar neben der AfD-Fraktion gelegen. Marcon erklärte jedoch: „Diesen Platz werde ich nicht ein­nehmen.“ OB Dr. Florian Freund sagte darauf­hin zu, die Ver­waltung werde dieses Problem bei der end­gültigen Sitz­ordnung lösen.

Der Vorschlag der einge­setzten Kommis­sion, der den einzel­nen Gruppie­rungen und Frak­tionen Blöcke zuweist, wurde in der letzten Sitzung des Stadtrats vor der Sommer­­pause be­schlossen. Die Vertei­lung der Sitz­plätze innerhalb der Blöcke erfolgt durch die jewei­ligen Gruppie­rungen selbst.

Die große Lücke

Nach dem Vorschlag der Kommission nimmt die AfD-Fraktion die acht Plätze 61 bis 68 am – vom Podium aus gesehen – hinteren rechten Rand des Sitzungs­saals ein. Die beiden Plätze links davon – vormals für Bruno Marcon und Roland Wegner (V-Partei³) vorge­sehen – bleiben unbesetzt. Dann erst schließen sich ein rund zwei Meter breiter Durchgang und die Presse­plätze an.

Auffällig ist allerdings, dass auch die acht Plätze in der Sitzreihe vor der AfD frei bleiben. Damit entsteht eine räumliche Trennung, die keine andere Gruppie­rung im Stadtrat aufweist.

Die ursprüngliche Kritik hatte sich nur auf die Platzie­rung eines einzelnen Stadtrats unmittelbar neben der AfD-Fraktion beschränkt. Die nun vorge­sehene Lösung geht um zwei Meter darüber hinaus und schafft einen deutlich größeren Abstand der AfD zu den übrigen Mit­gliedern des Stadtrats.

„Brandmauer“ im Sitzungssaal?

Ob die gewählte Anordnung aus­schließ­lich organi­sa­to­rischen Über­legungen folgt oder zugleich ein politi­sches Signal setzen soll, dürfte unter­schied­lich bewertet werden. Fest steht jedoch: Keine andere Gruppie­rung sitzt mit einem vergleich­bar großen Abstand zu anderen Stadt­rats­mitgliedern.

Mit der Stadtratssitzung am 24. September wird die neue Sitz­ordnung erstmals zur Anwendung kommen. Dann kehrt der Stadtrat nach Abschluss der Sanierungs­arbeiten in den Oberen Fletz des Augs­burger Rathauses zurück.


Hinweis: Der nicht vergebene Platz 42 gehört vermutlich der Fraktiongemeinschaft SPD / ÖDP / Volt. Er wurde in der Beschlussvorlage nicht zugewiesen. Die Grafik orientiert sich streng an der Beschlussvorlage.