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Mittwoch, 04.08.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Mit Doppik wäre das nicht passiert



Die Mitglieder-Versammlung von PRO AUGSBURG hat am 15. April mit ihrem Bekenntnis zum Theater deutlich Position bezogen: Kultur steht nicht gegen Fußball oder Investitionen in Schulen und Bildung.

Kritisch hat sich die Mitglieder-Versammlung der Interimsspielstätte genähert, die von den Spitzenleuten des Theaters engagiert vorgetragen und verteidigt wurde. Der Streit ist jedoch – typisch PRO AUGSBURG – um den “richtigen” Weg entbrannt. Der Container als Zwischenlösung (Interimsspielstätte) für die nächsten 6, 10 oder 20 Jahre einerseits oder sofortiger Start in Planung und Bau des Schauspielhauses, das ist die Frage.

Laut Schauspieldirektor Trabusch ist der aktuelle Sparzwang (400.000,- Euro p.a.) nur im Bereich Logistik zu erreichen. Wahrscheinlich wird der Container realisiert, weil nur so der Theaterbetrieb, wenn auch mit Einschränkung, aufrecht erhalten werden kann. In 5 – 6 Jahren könnte es nämlich Stimmen im Rathaus geben, die die gesellschaftspolitische Notwendigkeit von Oper, Schauspiel oder Ballett in Frage stellen. Es ist schon bedenklich, wenn die Unberechenbarkeit von Mandatsträgern zu vielleicht falschen Entscheidungen führt.

Mit der Doppik wären über die letzten 30 Jahre gesetzlich vorgeschriebene Rückstellungen gebildet worden. Man hätte also heute ausreichend Geld für die Sanierung.

Augsburg, 25. Mai 2010

Rolf D. Neuburger, 2. Vorsitzender von PRO AUGSBURG