Kommentar: Die Ignoranz des Gesinnungs- journalismus
Man muss Samuel Becketts „Warten auf Godot“ nicht mögen, aber wenn Harald Schmidt in Klein-Bochum den Estragon gibt, dann hat das mediale Bedeutung, die weit über die übliche Kulturberichterstattung hinausgeht. Das Gleiche könnte man über die LINKE und Gregor Gysi sagen. Auch wenn man die LINKE nicht mag: Ihre beiden Protagonisten sind politische Superstars, denen eine gewisse Aufmerksamkeit geschuldet sein sollte. Wenn man mal von dem niedlichen Publikumsfeature von Lea Thies absieht, hat die Augsburger Allgemeine nichts über Gysis Auftritt geschrieben, und damit einmal mehr ihr Image als CSU-Blatt poliert. Es wäre fast schon kindisch, mehr Objektivität und politische Unabhängigkeit einzufordern.