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Donnerstag, 18.04.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Klima: Analyse zur Hitzebelastung

Um herauszufinden, wo es in der Stadt tagsüber besonders heiß werden kann und wo nachts kühlere Luft entsteht, hat das Büro GEO- NET aus Hannover in den beiden zurückliegenden Jahren eine Stadtklimaanalyse für Augsburg erstellt.

Statistik aus der Stadtklimaanalyse

Dies erfolgte unter fachlicher Begleitung des städtischen Umweltamtes und des Stadtplanungsamtes sowie in enger Abstimmung unter anderem mit dem Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF), dem Gesundheitsamt, dem Amt für Katastrophenschutz (ABuK) und der Geschäftsstelle Smart City.

Umweltreferent Erben: „Klimawandel wird Stadtklima verändern“

Mit voranschreitender Klimaveränderung werden Tage und Nächte mit großer Hitzebelastung künftig häufiger und extremer. Das bedeutet, dass sich das Stadtgebiet durch dichte Bebauung, fehlende Grünflächen und einen hohen Versiegelungsanteil am Tag stärker aufheizt und nachts deutlich langsamer abkühlt als das weniger bebaute Umland (Wärmeinseleffekt).

„Mit der Stadtklimaanalyse habe wir jetzt eine wichtige Grundlage für die Grün- und Stadtplanung in den nächsten Jahren. Wir wissen, dass sich durch den Klimawandel das Stadtklima in unseren Städten verändern wird. Darauf müssen wir uns einstellen und durch mehr Grün in der bebauten Stadt Abhilfe schaffen“, so Umweltreferent Reiner Erben.

Computergestützte Modellsimulation

Zur Analyse des Ist-Zustands wurden mit einer hochaufgelösten computergestützten Modellsimulation der städtische Kaltlufthaushalt sowie die kleinräumige, sommerlich-thermische Belastungssituation der Stadtbevölkerung tagsüber und nachts untersucht. Zudem wurde in der Modellsimulation ein starkes Klimawandelsignal mit einem Prognosehorizont für das Jahr 2040 angenommen und in den Bewertungen sowie Ergebnissen berücksichtigt. – Die Stadtklimaanalyse beschreibt die Vorgehensweise für die Erstellung verschiedener Klima-Karten und enthält einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der thermischen Situation sowie Beispiele zur Anwendung der Karten.

Planungshinweiskarte für Handlungs- und Schutzbedarf

Zentrales Ergebnis der Stadtklimaanalyse ist die Planungshinweiskarte. Aus ihr lässt sich bei Projektplanungen der konkrete Handlungs- oder Schutzbedarf ableiten. So kann zum Beispiel über Maßnahmen zur Hitzeminderung wie etwa Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung oder Beachtung der Gebäudestellung das Lokalklima verbessert und in weniger belasteten Gebieten ein funktionierendes klimatisches System erhalten werden.

Nächtlicher Kaltluftaustausch und Wärmebelastung

Die Klimaanalysekarte zeigt u.a. den Wärmeinseleffekt sowie das Kaltluftprozessgeschehen für die Nacht und hilft beim Verständnis des nächtlichen Kaltluftaustausches. So sind etwa wichtige Kaltluftleitbahnen erkennbar. Für die Situation am Tag wird die Physiologisch äquivalente Temperatur (PET) herangezogen. Sie ist ein Maß für die Wärmebelastung des Menschen im Außenraum und berücksichtigt Lufttemperatur, Luftfeuchte und Windgeschwindigkeit sowie kurz- und langwellige Strahlung. Die PET-Karte entspricht der Klimaanalysekarte für die Tagsituation.