Kahnfahrt in der Diskussion: altaugsburggesellschaft fordert Umplanung
Die Zukunft der Augsburger Kahnfahrt wird kontrovers diskutiert. Die altaugsburggesellschaft um ihren Vorsitzenden Sebastian Berz lehnt die bisher bekannten Planungen der Regio Augsburg Tourismus GmbH ab. Statt einer Steganlage im Stil eines kleinen Jollenhafens und eines ausgedienten Flussdampfers als Gastronomie schlägt die Gesellschaft eine romantische Promenade mit Biergarten-Atmosphäre vor. Die Stadt müsse ein klares Bekenntnis zum Erhalt der Idylle abgeben.
Von Bruno Stubenrauch
Biergartenatmosphäre und ein Floß als Bühne: die Kahnfahrt als klassische LändeDie altaugsburggesellschaft beruft sich bei ihrer Kritik auf die Resonanz der ersten Freiluft-Workshops der Bürgerbegehren „7000 Bäume“ und „Herz-OP für die Tram“ am vergangenen Wochenende. Demnach lieben die Bürger die Kahnfahrt, wie sie ist: „extrem romantisch und als authentisches Stück Augsburg“. Die Herstellung eines zweiten Rettungsweges zur Sicherung der Besucherkapazität sei zwar ein erster Schritt, doch die darüber hinausgehenden Planungen würden von der überwiegenden Mehrheit abgelehnt.
Kritik an geplanter Steganlage und Flussdampfer
Die Regio Tourismus GmbH habe bisher alternativlos ein Konzept vorgestellt, das den Bau einer Steganlage im Sinne eines „kleinen Jollenhafens“ vorsehe. Dies widerspreche der eleganten Funktionalität und dem heutigen Charakter der Kahnfahrt als klassische Lände, die im flachen Wasser die Schiffe anlanden lässt. Auch die Idee, einen ausgedienten Flussdampfer als wetterfeste Gastronomie an der Bastion des Oblatter Walls anzulegen, stößt auf Ablehnung. Die Berufung auf einen historischen, nie realisierten Entwurf des Architekten K. A. Gollwitzer aus der Zeit um 1900 autorisiere keine derart brüske Störung des Ensembles.
Alternativvorschlag: Promenade mit Biergarten
In Abstimmung mit dem auf der Oblatter Bastion beheimateten Lechfischereiverein Augsburg hat die altaugsburggesellschaft ein eigenes Konzept erarbeitet. Dieses sieht vor, die Uferanlage durchgehend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Als bauliche Fortsetzung einer großzügiger gestalteten Kahnfahrtterrasse sei die Entwicklung einer „romantischen Promenade Kahnfahrt Augsburg“ mit offener Biergarten-Atmosphäre möglich.
Die Gesellschaft fordert die Stadt auf, sich klar zur Zukunft der Kahnfahrt zu bekennen und bei der weiteren Planung die naturschutzfachlichen Aspekte der wertvollen Wasseranlagen mit ihren zahlreichen Fischen und Wasservögeln stärker zu berücksichtigen.